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Buxtehude wirbt um Hamburg-Touristen

Die Altstadt von Buxtehude mit Fleet [ Rechtehinweis: picture alliance ]

Die Altstadt von Buxtehude mit Fleet [ Rechtehinweis: picture alliance ]

Foto: dpa Picture-Alliance / Petra Schumacher / picture alliance / Petra Schumac

Gäste sollen per Barkasse von der Elbe durch das Alte Land zur Este gebracht werden. Zahl der Wohnmobil-Besucher steigt wieder.

buxtehude.  Nie seit dem Jahr 2010 haben sich mehr Menschen für das kulturelle Stadtleben der Hansestadt Buxtehude interessiert als im vergangenen Jahr. 19.044 Besucher zählte das Servicebüro, das die Stadtinfo und das Kultur-Servicebüro kombiniert, im Jahr 2017. Ein Jahr zuvor sind es lediglich 15.727 Besucher gewesen. Die Rekordzahl hat Tourismus- und Stadtmarketing-Chef Torsten Lange im Wirtschaftsausschuss des Buxtehuder Stadtrates genannt – und die Idee zur Diskussion gebracht, das Servicecenter im Historischen Rathaus künftig auch an Sonntagen zu öffnen.

Kein Zweifel: Die Bedeutung des Tourismus in der Hansestadt an der Este nimmt zu. Das Gastgewerbe und die Wirtschaftszweige Kunst, Unterhaltung. Erholung haben im Jahr 2016 einen Anteil von 3,2 Prozent an der Gesamtwirtschaft der Stadt ausgemacht. Voraussetzung für eine Sonntagsöffnung des Servicecenters sei aber zusätzliches Personal, ließ Torsten Lange die Fraktionen im Wirtschaftsausschuss wissen. Die äußerten sich nicht dazu.

Der Tourismuschef sieht in dem Rekordinteresse an dem Servicecenter ein Zeichen dafür, dass zunehmend Tagestouristen aus der Metropolregion Hamburg die Hansestadt Buxtehude aufsuchen. Immer von ihnen nutzen dazu ein Wohnmobil. Die Anzahl der Wohnmobilisten ist in 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 933 auf 4750 gestiegen. Damit erholt sich Buxtehude von dem Rekordtief des vergangenen Jahres, das den Grund in der Einführung einer Stellplatzgebühr für Wohnmobile in Höhe von fünf Euro hatte. Früher haben deutlich mehr Wohnmobilisten Buxtehude besucht: 8061 sind es im Jahr 2014 gewesen.

Immer mehr Menschen buchen eine Fahrt mit der Barkasse auf der Este. 1068 Fahrgäste sind es in 2017 gewesen. Das ist der beste Wert seit dem Jahr 2011, damals sind es 1280 Fahrgäste gewesen. Die Hansestadt Buxtehude arbeitet lediglich mit einem Anbieter zusammen – Barkassen-Meyer aus Hamburg. Die Este gilt als schwieriges Gewässer für Fahrgastschiffe. Ebbe und Flut erlauben nur ein enges Zeitfenster für die dreistündigen Fahrten zwischen Hamburg und Buxtehude. Die Entschleunigung mache den Reiz der Estefahrt aus. Slow Tourism nennt das der Experte. „Die Fahrgäste erleben viel Natur an der Este und die besondere Architektur des Alten Landes“, sagt Lange.

Bei anderen touristischen Angeboten der Hansestadt Buxtehude ist noch Luft nach oben: Die Anzahl der Stadtführungen stagniert bei 9775 in 2017, ein Jahr zuvor sind es 9762 gewesen. In der Vergangenheit waren es mehr: Der Rekord lag bei 16.034 im Jahr 2012. Die Gästeführer der Stadt stehen in Konkurrenz zu selbstständigen Gästeführern, die Touren anbieten. Das sei möglicherweise ein Grund für die stagnierende Zahl bei den Stadtführungen, sagte Torsten Lange. An dem Angebot liege es seiner Meinung nach nicht. Buxtehude bietet Erlebnisführungen mit ausgebildeten Gästeführern, die in Kostümen einzelne Kapitel der Stadtgeschichte erzählen.

Durchorganisierte Pauschaltagestouren sind bei den Gästen der Hansestadt nicht mehr im Trend: Ihre Anzahl ging von einst 3643 im Jahr 2014 auf 1335 im vergangenen Jahr zurück

Die Zahl der Übernachtungen in Buxtehude ist gesunken: von dem Rekordwert aus dem Jahr 2016 (70.933) auf immer noch überdurchschnittliche 63.969 Übernachtungsgäste in 2017. Tatsächlich übernachten mehr Gäste in der Hansestadt Buxtehude als die Statistik behauptet. Das Statistische Landesamt erfasst lediglich Beherbergungsbetriebe mit mehr als zehn Betten. Typisch für die Region sind aber kleine Zimmervermieter unterhalb dieser Bettenzahl.

Unterm Strich sieht Buxtehudes Tourismuschef nur einen einzigen Flop in der vergangenen Saison: den ausgebliebenen Sommer.