Harburg
Spektakel

2000 Marmstorfer feiern die Teichwette

Sandra Keck ließ mutig ihr Floß schwanken

Sandra Keck ließ mutig ihr Floß schwanken

Foto: Lars Hansen / xl

Die Schauspielerin Sandra Keck und der Marmstorfer Schützenkönig Thomas Metschulat spenden ihren Einsatz aus dem Spektakel.

Marmstorf.  Beinahe hätte Marmstorfs Schützenkönig Thomas Metschulat seinen Beinamen von „Der Spontane“ zu „Der Trockene“ ändern müssen: Zwar schaffte er es, trockenen Fußes seine Wettpartnerin in der Mitte des Marmstorfer Feuerteichs zu treffen, aber er hatte vergessen, den Schnaps mitzubringen. Unter dem Gejohle von etwa 2000 Marmstorfern musste ein Froschmann den Kellner spielen und den Köm zu den Flößen bringen.

Bei der 18. Auflage der Marmstorfer Teichwette war die prominente Wettpatin die Schauspielerin Sandra Keck. Sie inszenierte ihren Part professionell, mit großer Geste – mal wie Errol Flynn in „Unter Piratenflagge“, mal wie Kate Winslet in „Titanic“. Was es eben so an großen Schauspielvorbildern auf dem Wasser gibt. Die schauspielernde Synchronschwimmerin Esther Williams musste sie zum Glück nicht geben. Mutig war es aber schon, wie „de Keck“ ihr Floß nur für den Showeffekt zum Schwanken brachte.

Erst das große Spektakel, dann die gute Tat

Das als Bühne konzipierte Floß wurde von zwei Schwimmern des Tauchclubs Nordland geschoben. „An Schwimmen ist hier aber nicht wirklich zu denken“, sagte Backbordantrieb Olaf Hansen. „Wir waten eher durch den tiefen Teichschlamm.“ Thomas Metschulat ließ sich im Königsthron zum Treffpunkt am Entenhaus bugsieren. Zwei Schlauchboote vorweg ließen sein Gefährt fast wie eine Kutsche wirken. Zwei Nordland-Froschleute halfen beim Schieben.

Als Metschulat Sandra Keck auf der schwimmenden Bühne erreicht hatte, war die Wette eingelöst. Handschlag, Küsschen, Prost wäre nun das übliche Prozedere gewesen, nur dass „Der Spontane“ etwas vergessen hatte. Zum Glück gab es den Kellner mit der Gummihaut. „Ich war vorher schon ein bisschen aufgeregt, denn ich wusste gar nicht, was mich hier erwartet“, sagte Sandra Keck, „aber die Marmstorfer Schützen haben mich bestens und behutsam an die Aufgabe herangeführt.“

Der Wetteinsatz wurde diesmal geteilt: Sandra Keck hat eine Stiftung für zwei kleine Jungen gegründet, die an Muskeldystrophie leiden und deren Eltern viel Unterstützung benötigen. Thomas Metschulat wollte, dass sein Teil des Spendengelds in Marmstorf bleibt und spendet es der Kirche für die Jugendarbeit. Wieviel das sein wird, muss noch ausgerechnet werden. Zu den Wetteinsätzen – jeweils 250 Euro – kommen die Gewinne von Getränkeverkauf und Essensständen.

„Das Geld verwenden wir für unsere Konfirmandenfreizeit. Es geht nach Wittenberg“, sagt Pastor Thomas von der Weppen. „Der Beitrag pro Teilnehmer ist 100 Euro. Damit kommen wir nicht weit, aber für einige Familien ist das schon sehr viel. Deshalb können wir die Spende sehr gut gebrauchen.“

Eine weitere gute Nachricht für die Marmstorfer: Gastwirt Zemim Schah ist zuversichtlich, nach einigen Verzögerungen den neuen Schützenhof im Frühjahr eröffnen zu können. „Zwei Rohrbrüche und neue Behördenauflagen haben uns etwas zurückgeworfen“, sagt er. „Aber ich bin guten Mutes.“