Harburg
Ausstellung

Tierische Einwanderer im Landkreis

Dr. Klaus Hamann, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Harburg, und Karen Möller, Custodin im Naturkundlichen Museum Handeloh, präsentieren "Neozoen in der Landschaft".

Dr. Klaus Hamann, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Harburg, und Karen Möller, Custodin im Naturkundlichen Museum Handeloh, präsentieren "Neozoen in der Landschaft".

Foto: Landkreis Harburg / HA

Ausstellung im Kreishaus in Winsen zeigt Gefahren durch gebietsfremde Arten, sogenannte Neozoen

Winsen.  Sie tragen Fell oder Schuppen, nackte Haut oder Federn: Tierarten, die in unseren Breiten von Natur aus nicht heimisch waren, hier aber überleben und sich redlich vermehren. Biologen nennen die tierischen Einwanderer Neozoen. Das Naturkundliche Museum Handeloh widmet ihnen im Kreishaus Winsen nun die Ausstellung „Neozoen in der Landschaft“.

Die Idee zur Ausstellung hatte Dr. Klaus Hamann, seines Zeichens Naturschutzbeauftragter des Landkreises Harburg. Er möchte auf die Gefahren durch gebietsfremde Arten aufmerksam machen, die schlimmstenfalls dem heimischen Ökosystem und sogar den Menschen schaden können.

Marderhunde und Waschbären plündern Vogelgelege. Chinesische Wollhandkrabben fressen in der Elbe Speisefischen und Flusskrebsen die Nahrung weg, graben Hohlgänge in Uferbauten und Dämme oder verstopfen Drainagen.

Der Bisam ist, wie der Waschbär, ursprünglich Nordamerikaner und wurde als Pelztier nach Europa gebracht. Längst steht er bei Jägern auf der Abschussliste, weil er mit seinen Bauten die Deichsicherheit untergräbt. Manche Tiere wanderten von selbst ein, etwa die Miniermotte, die seit einigen Jahren die heimische Rosskastanie dahinrafft. Andere Arten kamen heimlich ins Land, zum Beispiel Insekten aus tropischen Breiten, die als Blinde Passagiere im Reisegepäck von Touristen eingewandert sind. Einige können als Krankheitsüberträger sogar den Menschen gefährlich werden.

Das gilt auch für das Petermännchen, ein Fisch, dessen Stacheln der ersten Rückenflosse giftig sind, und mit dem früher gerade mal Frankreich-Touristen beim Baden zu tun bekamen.

Die Winsener Ausstellung erklärt am Beispiel von rund 20 Exponaten die Einwanderungsgeschichte der unterschiedlichen Arten, deren Verbreitung und die Folgen für Menschen und Umwelt. Die präparierten Tiere stammen aus dem Naturkundlichen Museum Handeloh, das Hamann und seine Lebenspartnerin Karen Möller vor 25 Jahren gegründet haben. Es ist nur auf Anfrage zu besuchen und birgt tausende Objekte – Stoff für weitere Ausstellungen im Kreishaus.

Die Ausstellung im Kreishaus, Schloßplatz 6, 21423 Winsen, läuft bis zum 13. März. Öffnungszeiten: Mo – Do 7.30–17.30 Uhr, Fr 7.30–13 Uhr, Eintritt frei