Harburg
Geschichte(n)

Harburger Klönschnack soll regelmäßig wiederholt werden

Klaus Barnick, Geschichtswerkstatt Harburg, freut sich über viel Interesse beim ersten Harburg-Klönschnack

Klaus Barnick, Geschichtswerkstatt Harburg, freut sich über viel Interesse beim ersten Harburg-Klönschnack

Foto: Angelika Hillmer / HA

Rund 20 Zeitzeugen tauschen beim ersten Treffen in der Fischhalle ihre Erinnerungen und Kenntnisse zur Vergangenheit des Stadtteils aus

Harburg.  Vor knapp einem Jahr hat die Geschichtswerkstatt Harburg ihre neuen Räume in der Fischhalle am Kaufhauskanal bezogen, am Freitagnachmittag hatte sie erstmals Interessierte zum „Harburg-Klönschnack“ eingeladen. Rund 20 Harburger kamen in den Binnenhafen und erzählten ihre Geschichten aus der Vergangenheit.

Klaus Barnick vom Vorstand der Geschichtswerkstatt ist mit der Resonanz des Mitmach-Angebots zufrieden: „Das machen wir auf jeden Fall weiter, geplant ist einmal im Monat.“ Er schaut sich um: An mehreren Tischen wird eifrig diskutiert, mitgebrachte Fotos und Zeitungsartikel vorgezeigt.

Unterschiedliche Themen beschäftigen die Dreier- und Vierergruppen. Mal sind es die Wohnverhältnisse und Schulzeiten der 1950er und 1960er Jahre. Mal geht es um die Geschichte einzelner Gebäude wie der Hastedt-Villa in Sinstorf oder des ehemaligen Gehölzes namens Irrgarten. Oder um Eisenbahn-Geschichte(n).

Günter Lange hat sein Berufsleben im Ausbesserungswerk an der Schlachthofstraße verbracht, dort wo heute ein Baumarkt residiert. Er reicht Schwarz-Weiß-Fotos von 1978 herum, die Hamburger S-Bahnen in den Werkhallen zeigen, und fragt in die Runde: „Wie kommen die da dahin?“ Schließlich verkehrten damals noch keine S-Bahnen nach Harburg, die kamen erst 1983.

Lange löst das Rätsel auf: „Im extremen Winter 1978/79 waren die S-Bahn-Züge eingefroren. Dieselloks wurden vorgespannt. Sie zogen die Züge zum Auftauen in unser Ausbesserungswerk.“

Klaus Barnick hat mehrere historische Bilder auf Ausstellungstafeln in der Fischhalle verteilt. Sie sollen Gesprächsanlässe liefern, werden aber kaum beachtet – Gesprächsthemen gibt es an diesem Nachmittag auch ohne die Stichwortgeber genug.

Der Termin des nächsten Harburger Klönschnack stehe noch nicht fest, sagt der Gastgeber, werde aber rechtzeitig bekannt gegeben.