Harburg
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Grüne sorgen sich um Notfallversorgung in Harburg

Foto: Klaus Bodig / HA / Klaus Bodig

Bezirksabgeordnete Gudrun Schittekrichtet Große Anfrage an Gesundheitsbehörde und Personalrat: Besteht Handlungsbedarf?

Harburg.  Ist die Versorgung von Notfallpatienten in Harburg wirklich optimal? Es ist diese Frage, die Gudrun Schittek, Bezirksabgeordnete der Grünen und Frauenärztin, umtreibt. Und das besonders, seit im vergangenen Jahr die Neuordnung der Versorgung durch die Harburger Kliniken per Senatsbeschluss vollzogen worden ist. Die Helios-Klinik Mariahilf an der Stader Straße und das Asklepios-Klinikum Harburg (AKH) haben sich entsprechend neu aufgestellt – Mariahilf als die Geburtenklinik des Bezirks, während das AKH seither allein den Part der allgemeinen Notfallversorgung übernimmt.

Seit diese neue Aufteilung in Harburg Usus ist, seien ihr immer wieder Beschwerden etwa über lange Wartezeiten zu Ohren gekommen, sagte die Grünen-Politikerin. Deshalb hat sie nun für ihre Fraktion eine Große Anfrage verfasst.

Von der aufsichtsführenden Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz sowie von der Personalvertretung des AKH möchte sie unter anderem wissen: Wie hoch ist der Anstieg der Notfälle, seit die Notaufnahme des AKH die Notfallversorgung übernommen hat, die bis zum Juli 2017 in der Mariahilf Klinik versorgt wurden? Außerdem möchte sie wissen, wie viele zusätzliche Stellen seither besetzt wurden, welche räumlichen Veränderungen es gegeben hat und wie es sich mit der technischen Ausstattung verhält.

Es geht in der Anfrage aber auch um die Organisation und Strukturierung der Abläufe. Wer schaut sich die Notfälle, die eingeliefert werden, zuerst an? Gudrun Schittek möchte wissen, sind das Ärzte, ist es das Pflegepersonal oder sind es Rettungssanitäter bzw. -assistenten?

„Wie wird sichergestellt“, fragt Gudrun Schittek, „dass Notfälle, die lebensbedrohlich sind oder sein können, wie kardiologische Notfälle, Schlaganfallpatienten oder Unfallopfer ohne Verzögerung erkannt und therapiert werden?“ Und was geschieht, bei Notfällen, die nicht im AKH behandelt werden können?

Die Bezirksfraktion der Grünen möchte wissen, bei welchen Erkrankungen das der Fall und in welche Kliniken betroffenen Patienten dann verlegt werden. Für die Grünen ergeben sich daraus auch Fragen zur Notfallpraxis, die in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg seit Oktober an dem Klinikum betrieben wird – ein Pilotprojekt, das auch dafür sorgen soll, Wartezeiten in der Zentralen Notaufnahme zu verkürzen.

Gudrun Schittek will nun wissen: „Nach welchen Kriterien wird die Aufnahme in die Notaufnahme der Klinik oder die Notfallpraxis entschieden?“ Und auch die Ausstattung der Praxis interessiert sie.

Sehr gespannt dürfte die Fraktion der Grünen auch auf die Antworten dieser Fragen sein: Wie viele Beschwerden gibt es über die Behandlung in der Notaufnahme? Wie steht es um das Qualitätsmanagement?

Mit zwei grundsätzlichen Fragen schließt Gudrun Schittek: „Ist die Behörde der Meinung, dass die Notfallversorgung im Bezirk Harburg durch das AKH vollständig und auf hohem medizinischen Niveau geleistet wird oder gibt es Handlungsbedarf? Und ist der Personalrat der Meinung, dass die Notaufnahme ausreichend besetzt ist?“