Harburg
Elstrotf/Harburg

Museumsmitarbeiter finden Bronze-Kleinod

Die wohl einzigartige Gewandspange aus dem Elstorfer Grab

Die wohl einzigartige Gewandspange aus dem Elstorfer Grab

Foto: Arch. Museum / HA

Auf einem Feld in Elstorf entdeckten Archäologen eine wohl einzigartige Gewandspange. Untersuchungen beginnen.

Elstorf/Harburg.  Mehr als zehn Jahre lang hat das Archäologische Museum auf einem frühmittelalterlichen Gräberfeld bei Neu Wulmstorf-Elstorf im Landkreis Harburg nach Wertvollem gesucht. In einem der Gräber kam dabei ein wahres Kleinod zutage: eine reich verzierte Gewandspange aus Bronze.

Der ganze Fundblock wurde auf der Grabung eingegipst und ins Museum gebracht. Er konnte nun im Rahmen eines Forschungsprojektes des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz geöffnet und die Funde restauriert werden. Herausgekommen ist ein wahrer Schatz: eine fast zehn Zentimeter lange Gewandspange aus Bronze, die auf der Oberseite feuervergoldet und mit reichen Einlagen aus farbigem Glas versehen ist. Fibeln dieser Qualität sind eine Seltenheit und dieses besondere Exemplar sogar womöglich in seinem Stil einzigartig.

Die Frau, der diese Fibel gehörte, verstarb in der Zeit zwischen 820 und 850. Das ergibt sich aus einer silbernen Münze, die die Archäologen des Museums in dem Grab fanden. Bei dieser handelt es sich um einen fränkischen Denar, der nach der Umschrift als „christiana religio-Denar“ benannt ist. Diese Münzen wurden während der Regentschaft des fränkischen Kaisers Ludwigs des Frommen geprägt und gelangten ganz vereinzelt bis nach Norddeutschland.

Hierzulande dienten die Münzen aber wohl noch nicht als Geld, sondern eher als Anhänger oder Amulett. Das auf einer Seite eingeprägte Kreuz könnte die Trägerin als frühe Christin ausgewiesen haben.

Die übrigen Grabbeigaben der Frau, ein Messer, eine Nadelröhrchen zum Aufbewahren von Nähnadeln und eine Perlenkette, gehören zu dem typischen Fundspektrum einer Frau dieser Epoche. Die Fibel und die Münze hingegen sollten bis ins Grab verdeutlichen, dass die Verstorbene zur besseren Gesellschaft des kleinen Dorfes gehörte, das seine Toten in Elstorf bestattete.

Der Fund ist also ein ganz außergewöhnliches Stück, und zwar nicht nur im Zuständigkeitsbereich des Harburger Museums. Da laut Museum keine vergleichbaren Gewandspangen bekannt sind, werde es spannend sein, seine Herkunft zu ermitteln. Die Untersuchungen haben gerade erst begonnen.