Harburg

Hannoversche Brücke wird für Autoverkehr gesperrt

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Angelika Hillmer
Die marode Brücke über die Bahnanlagen ist gut 60 Jahre alt

Die marode Brücke über die Bahnanlagen ist gut 60 Jahre alt

Foto: Thomas Sulzyc

Wirtschaftsbehörde legt Zeitplan für den 13 Millionen Euro teuren Abriss und Neubau der Bahnüberquerung im Herzen Harburgs vor.

Hamburg.  Die stark befahrene Hannoversche Brücke, die die Buxtehuder mit der Hannoverschen Straße verbindet, wird am Freitag, 5. Januar, von 9 Uhr an gesperrt. Am 23. Februar soll der mehrtägige Abriss des Bauwerks beginnen und im Juni die neuen Brückenträger über die Gleise der Unterelbbahn eingebaut werden. So lautet der Fahrplan zum Abriss und Neubau einer der meistgenutzten Harburger Brücken, den die Wirtschaftsbehörde gestern veröffentlicht hat.

Die 1956/57 errichtete Spannbetonbrücke ist in die Jahre gekommen. Seit September 2015 sorgten Betonbegrenzungen dafür, dass nur noch Pkw die Brücke passieren können. Auch sie werden, wie jetzt schon Busse und Lkw, Umleitungen über den Großmoordamm, die Seevestraße oder die Schlachthofstraße in Kauf nehmen müssen. Voraussichtlich Mitte/Ende Mai 2019 soll der Brückenneubau für den Verkehr freigegeben werden.

Fußgänger und Radfahrer sind von der Straßensperrung kaum betroffen; für sie wurde auf der südlichen Seite (Richtung Bahnhof/ZOB) eine hölzerne Behelfsbrücke errichtet. Auch werden sie – mit wenigen Ausnahmen während der Abbrucharbeiten – die Alte Seeve­straße über Treppen erreichen können.

Fußgänger- und Radfahrerquerung steht

Schon 2017 waren umfangreiche vorbereitende Maßnahmen nötig. Alte Betriebsgebäude der ehemaligen Bahnmeisterei wurden abgerissen, der Boden im geplanten Verlauf der Behelfsbrücke auf Kampfmittel untersucht. Im Sommer kam der Bau der Holzbrücke ins Stocken: Dort, wo das Fundament eines Pfeilers geplant war, lagen verschiedene Leitungen, so dass der Pfeiler leicht versetzt werden musste. Am neuen Standort musste zunächst wieder nach Kampfmitteln geschaut werden.

Inzwischen steht die Fußgänger- und Radfahrerquerung, und die eigentlichen Brückenbauarbeiten können starten. Zunächst wird der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) die Geländer abmontieren sowie die Abdichtung und den Fahrbahnbelag entfernen. Der eigentliche Abriss wird am letzten Februar-Wochenende durchgeführt. Dafür werden die Bahngleise nach Stade/Cuxhaven 55 Stunden lang voll gesperrt, beginnend am Freitag, 23. Februar. Parallel werden im gesamten Baugebiet nach Kampfmitteln sondiert sowie Erd- und Gründungsarbeiten durchgeführt. Diese Bauphase dauert voraussichtlich bis zum 28. März.

Brücken-Einweihung im Mai 2019

Im Anschluss beginnt der Neubau der Widerlager und der neuen Brückenkonstruktion. Am Wochenende 17./18. Juni wird sie voraussichtlich eingebaut. Dann wird es fast noch ein Jahr dauern, bis die Brücke im Mai 2019 komplett ist und eingeweiht werden kann.

Während die heutige Hannoversche Brücke 73 Meter lang ist, wird der Neubau nur noch 28,5 Meter Luftraum überspannen. Die Konstruktion muss nicht mehr über die inzwischen abgerissenen Bahngebäude, sondern nur noch über die Unterelbtrasse führen. Mit ihren sechs Fahr- und zwei Radstreifen sowie Gehwegen wird sie mit 30,35 Meter etwas breiter werden als sie lang ist. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 13 Millionen Euro.

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