Harburg
Deutsche Bahn

Bauarbeiten am Bahnhof Harburg dauern länger

Black is Beautiful: Sanierung Tunnel S-Bahnstation Harburg. Letzte Pinselstriche der Mitarbiter der Hamburger Firma Hoppe

Black is Beautiful: Sanierung Tunnel S-Bahnstation Harburg. Letzte Pinselstriche der Mitarbiter der Hamburger Firma Hoppe

Foto: Jörg Riefenstahl / HA

Ursprünglich sollten die Arbeiten Ende 2017 erledigt sein. Doch die Modernisierung verzögert sich. Neuer Fahrstuhl erst im Sommer.

Harburg.  Kabel baumeln lose von der Decke herab, an vielen Stellen fehlt die Verkleidung. Unter abgeschlagenen Kacheln lugt grauer Beton hervor: Wer in Harburg mit der S-Bahn fährt, kennt diese Bilder – und die Fahrgäste werden auch im neuen Jahr mit dem Anblick leben müssen: Der Zeitplan für die „Modernisierung der technischen Ausrüstung im Interesse unserer Kunden“, wie es auf einem Hinweisschild der Bahn am Eingang zum Tunnel am Haltepunkt Harburg heißt, verschiebt sich um voraussichtlich drei Monate. Das ergab eine Anfrage des Abendblattes bei der DB Netz.

Ursprünglich sollten die Arbeiten im technischen Bereich bis Ende des Jahres erledigt sein. Pünktlich zum neuen Jahr sollte ein neuer Aufzug die Zwischenebene der S-Bahnstation mit dem Busbahnhof (ZOB) verbinden. Aber daraus wird nichts. Bis Anfang April werde es dauern, bis das Baustellenchaos auf der Station zumindest in Teilen beseitigt sein wird, sagt Bahnsprecherin Angelika Theidig dem Abendblatt. „Es hängt alles mit dem Aufzug zusammen. Aufgrund von Leitungsproblemen auf der ZOB-Platte verschiebt sich die Inbetriebnahme voraussichtlich bis zum Sommer 2018“.

Erst wenn die Leitungsprobleme behoben sind, könne der Fahrstuhl eingebaut werden. „Danach folgt die TÜV-Abnahme, dann kommt die Brandschutzprüfung und dann erst die Funktionsprüfung der Notknöpfe. Das alles nimmt viel Zeit in Anspruch“, erklärt die Bahnsprecherin.

Unterdessen gehen die Arbeiten in anderen Bereichen der in die Jahre gekommenen Station voran: Die Sperrpausen des Bahnbetriebs an zwei Wochenenden im November wurden genutzt, um Tausende beigebraune Fliesen von den Wänden zu schlagen. Maler der Hamburger Firma Hoppe ziehen in diesen Tagen die letzten Pinselstreiche des Deckenanstrichs über dem Bahnsteig. Die Wände im Tunnel wurden komplett mattschwarz getüncht. Sie allein umfassen eine Fläche von rund 1500 Quadratmetern.

Dann machen die Arbeiter in Harburg erstmal eine Winterpause. „Sie rücken ab und konzentrieren sich auf die Stationen Jungfernstieg und Stadthausbrücke. Anschließend geht es in Harburg weiter: Dann soll auf die schwarze Fläche ein neues, leuchtendes, etwa zweieinhalb Meter breites Fliesenband montiert werden, so der Plan der Bahn.

„Die Farbstruktur des Bandes orientiert sich an der bisherigen Farbgebung der Fliesen im 70er-Jahre-Look“, sagt Theidig. Der Bereich am Gleisbett bleibt fliesenfrei, da diese ohnehin sehr schnell wieder verschmutzen und somit rasch unansehnlich werden würden.

Freundliches, helles Erscheinungsbild

„Alles soll heller, freundlicher und ansprechender werden“, betont die Bahnsprecherin. Außerdem sollen interaktive Monitore auf dem Bahnsteig eine bessere Kundenkommunikation ermöglichen. Die Station Harburg sei „formal bereits jetzt schon barrierefrei“, heißt es. Die Aufzüge befinden sich allerdings ziemlich weit abseits – am Ost-Ende des Bahnsteigs zur Harburger Poststraße hin. „Es fehlt noch der Aufzug von der Zwischenebene zum Busbahnhof. Er ist im Bau und soll nun im Sommer in Betrieb gehen“, sagt die Sprecherin.

Die Stationen Heimfeld und Harburg Rathaus gehören ebenfalls zum Sanierungsprogramm. Auch sie werden heller und freundlicher gestaltet, um das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen. Die Stationen sind barrierefrei. In allen Harburger Tunnelstationen sollen die Deckenarbeiten und Brandschutzmaßnahmen im Jahr 2018 abgeschlossen sein. Bis 2020 werden mehrere Stationen in Hamburgs S-Bahn-Netz modernisiert. Dafür investiert die Bahn rund 48 Millionen Euro.