Harburg
Kirchenkreis Hittfeld

„Unsere Kirchen bleiben erhalten“

Der Kirchenkreistag Hittfeld diskutierte das zukünftige Gebäudemanagement

Der Kirchenkreistag Hittfeld diskutierte das zukünftige Gebäudemanagement

Foto: C. Wöhling / HA

Gemeinden sollen Strukturwandel mitgestalten – Kirchenkreis Hittfeld diskutiert Gebäudemanagement.

Hittfeld.  Die Kirche steht vor gewaltigen Aufgaben. Der demografische Wandel, Mitgliederschwund, sinkende Kirchensteuereinnahme und nicht zuletzt Nachwuchssorgen bei den Theologen machen einen Strukturwandel notwendig, von dem auch der Kirchenkreis Hittfeld betroffen ist. Während seines jüngsten Kreistages in Jesteburg setzte sich der Kirchenkreis Hittfeld deshalb besonders mit diesen Fragen auseinander: Wie steht es um unsere Kirchen, Pfarr- und Gemeindehäuser? Wie muss ein Gebäudemanagement aussehen, das auch in Zukunft noch tragfähig ist?

Ein Thema, das allenthalten unter den Nägeln brennt. So wie im Kirchenkreis Ost, zu dem große Teile Hamburgs und auch der Bezirk Harburg gehören. Dort, auf Hamburger Stadtgebiet, sollen in den nächsten Jahren 39 Kirchen aufgegeben werden. Zwar passt auch in vielen Regionen der Evangelischen Landeskirche Hannovers der vorhandene kirchliche Gebäudebestand nicht mehr mit dem Rückgang der Mitgliederzahlen zusammen. Oft seien die Gebäude zu groß, zu teuer im Unterhalt, zu alt oder sie entsprechen nicht mehr den Anforderungen an Sicherheit und Attraktivität: „Aber Kirchenschließungen sind für uns kein Thema“, sagte Superintendent Dirk Jäger während des Kirchenkreistages.

Zum Hintergrund: 2013 hatte der Kirchenkreis Hittfeld 65.000 Mitglieder und setzte sich aus 18 Gemeinden zusammen. Heute sind es noch 60.000 Mitglieder und 17 Gemeinden. Und was den Nachwuchs bei denen Theologen angeht, lohnt ein Blick in die Statistik der Landeskirche Hannover: Im Jahr 1995 waren demnach 564 Theologiestudenten in deren Studierendenlisten eingeschrieben, 2011 war es nur noch 222 – 60 Prozent weniger.

Kirche rückt zusammen. Das betonte der Superintendent bei der Kirchenkreistagung: „Wir werden uns verabschieden müssen von der bisherigen Praxis, kirchliche Gebäude ausschließlich vor Ort zu denken und zu finanzieren.“ Eine tragfähige Planung muss in Zukunft viel stärker als bislang den Blick über den eigenen Tellerrand mit einbeziehen. Superintendent Dirk Jäger ist überzeugt: „Der Verantwortung in der Nachbarschaft für gemeinsames Handeln kommt besondere Bedeutung zu.“

Um allzu großen Sorgen bei seinen Zuhörern vorzubeugen, setzte der Superintendent auf Beschwichtigung. Die Situation im Kirchenkreis Hittfeld unterscheide sich glücklicherweise „von manch Besorgnis erregender Lage in anderen Kirchenkreisen“: „Bei uns gibt es bereits umgesetzte Bauvorhaben und Planungen, die sehr vernünftige und zukunftsfähige Gebäude vorhalten.“ Gebäudemanagement im Kirchenkreis Hittfeld stehe vor anderen Herausforderungen als im Harz oder im Wendland. „Kirchen haben wir gar nicht so viele, und ausreichend Pfarrhäuser werden wir angesichts der Marktlage für Immobilien im Landkreis Harburg nach wie vor brauchen“, sagte Jäger. Trotzdem, an der generellen Herausforderung ändere das nichts: „Wir tun gut daran, uns rechtzeitig und in handlungsfähigen Zeiten für die nächsten Jahrzehnte vorzubereiten.“

Gudrun Neuhof, Architektin und Gebäudemanagerin für den Kirchenkreis Hittfeld im Kirchenkreisamt Winsen, war mit einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Gebäude und Räume sowie deren Energieverbrauch beauftragt worden, deren Ergebnisse sie jetzt vorstellte. Nach diesem Gebäudebedarfsplan können alle Kirchen im Kirchenkreis weiter genutzt werden und eine Abgabe von Gemeindehäusern „steht noch nicht im Fokus“.

Der Bericht der Architektin sei impulsgebend, sagte Superintendent Jäger. Mit „großem Vorlauf“ solle er die Gemeinden nun zu perspektivischem Nachdenken anregen: „Wir haben Rahmenbedingungen, die sich in den nächsten Jahren ändern.“ Jetzt gehe es darum, in Planbeispielen die Zukunft zu gestalten und der Frage nachzugehen: „Wie könnte die für uns in zehn Jahren aussehen?“