Harburg
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Die Freilichtbühne im Stadtpark soll belebt werden

Party "Tekkno am Teich" 2014, Freilichtbühne im Harburger Statdtpark; Harburg;

Party "Tekkno am Teich" 2014, Freilichtbühne im Harburger Statdtpark; Harburg;

Foto: Thomas Sulzyc

Bezirksamt und Kreativgesellschaft entwickeln neues Konzept. Geplant ist auch ein zehntägiges Kultur-Festival.

Wilstorf.  Das bisherige Form der Ausschreibung ist nicht geeignet, die meist ungenutzte Freilichtbühne im Harburger Stadtpark als kulturellen Veranstaltungsort zu beleben. Zu diesem Ergebnis sind das Bezirksamt Harburg und die Hamburg Kreativgesellschaft nach zwei Jahren Kooperation gekommen. Das geht aus einem Bericht der Verwaltung über den Verlauf des Modellprojekts an den Kulturausschuss der Bezirksversammlung Harburg hervor. Harburgs Politiker beraten am Donnerstag, 30. November, den Bericht und die Folgen.

Eine neue Idee ist ein Festival, dass sich voraussichtlich im August 2018 über zehn Tage erstrecken wird und die Freilichtbühne aus dem Stadium eines toten landschaftsgärtnerischen Museums erwecken soll. Der Arbeitstitel lautet „Sommer im Park“.

Künstler wollen sich nicht um Toiletten kümmern

Restriktive Auflagen, die einzelne Anwohner vor sieben Jahren mit Hilfe einer Unterschriftensammlung erstritten hatten, machen es den Veranstaltern schwer, die Bühne zu nutzen. Etwa die, dass nur eine „laute Veranstaltung“ pro Monat zulässig sein. Hinzu kommen organisatorische Leistungen, von denen sich Künstler überfordert fühlen.

„Das Projekt war leider nicht so erfolgreich wie erhofft, was vor allem an den unzureichend wahrgenommenen Rahmenbedingungen lag“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung an Harburgs Kulturpolitiker. Kulturschaffende möchten sich auf die Kunst konzentrieren und ihre Kraft nicht darauf verwenden, Anträge für die Genehmigung von Toiletten stellen und sich um Strom und das Aufräumen des Veranstaltungsortes kümmern zu müssen.

Die Folge: Das Amphitheater im Grünen bleibt die meiste Zeit im Jahr ungenutzt, obwohl es im Jahr 2015 mit 300.000 Euro saniert worden war. 14 Wochenendtermine hat die Hamburg Kreativ Gesellschaft in diesem Jahr ausgeschrieben – am Ende standen aber lediglich acht Aufführungen in dem Zeitraum zwischen dem 20. Mai und dem 16. September auf der Harburger Freilichtbühne. Von den acht Veranstaltungen im Jahr 2017 gingen fünf auf die Vermittlung der Hamburg Kreativ Gesellschaft zurück, die übrigen drei auf das Bezirksamt.

Als Konsequenz daraus wird die Hamburg Kreativ Gesellschaft jetzt die Ausschreibungsmodalitäten überarbeiten. Ziel sei es, an einem Tag mehrere Auftritte verschiedener Künstler zu präsentieren. Die Hamburg Kreativ Gesellschaft wird einzelne Veranstaltungstage zu einem vorgegebenen Genre ausschreiben. Denkbare Thementage seien Open-Air-Kino, Klassik-Konzert, Poetry-Slam, Theater oder Tanzgruppen.

Bisher haben Kulturveranstalter lediglich fünf Termine für das Jahr 2018 reserviert. Der in Harburg gut bekannte und bewährte Techno-Veranstalter Jörn Behrens möchte dreimal im nächsten Jahr „Tekkno am Teich“ feiern (19. Mai, 7. Juli und 15. September 2018). Zudem plant die Katholische Pfarrei St. Maria – St Joseph am 18. Juni Fronleichnam an der Harburger Freiluft Bühne zu begehen.

Harburg plant neues Festival „Sommer im Park“

Kein Antrag sei bisher genehmigt, heißt es in dem Bericht des Bezirksamtes. Jeweils zwei Beschwerden habe in diesem Jahr gegeben, als bei „Tekkno am Teich“ zu elektronischer Tanzmusik bis 22 Uhr getanzt wurde. Drei Beschwerden seien bei „Techno is Beautiful“ am 5. August aufgetreten. Die Polizei habe nicht einen festgestellten Verstoß dokumentiert, berichtet die Verwaltung dem Kulturausschuss. Das Bezirksamt habe keine Erkenntnis über die tatsächliche Lautstärke, da kein Amt gemessen habe. Der Veranstalter muss ein Schallpegelmessgerät für den Beschwerdefall bereithalten.

Von einem Pilotprojekt mit dem Arbeitstitel „Sommer im Park“ erhofft sich das Bezirksamt, den Fokus stärker als bisher auf die Freilichtbühne als kulturellen Ort zu lenken. Im Gespräch ist der Zeitraum von 17. bis 26. August 2018. Partner wären das Citymanagement Harburg und die Initiative Suedkultur. Das Bezirksamt würde sich um die Infrastruktur wie Toilettenwagen und Überdachung kümmern. Ein Budget von etwa 40.000 Euro sei zur Finanzierung nötig. Das Geld sollen die Bezirksversammlung Harburg, die Kulturbehörde, Stiftungen und Sponsoren finanzieren. Die Idee ist, die Freilichtbühne während der zehn Festivaltage an den Wochenenden zu bespielen. In der Woche zeigen Führungen Besuchern den Stadtpark.