Wilhelmsburg

Reiherstiegviertel: Bewohner sauer auf Verkehrsrowdys

Thomas Sulzyc

Wilhelmsburg.  Bewohner des Reiherstiegviertels stören sich an Verkehrsrowdys. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte erreichen Beschwerden über Autofahrer, die zu schnell führen, Busfahrer, die sich nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde in der nördlichen Veringstraße hielten, und ständiges Parken in zweiter Reihe. Das sagte Gebietskoordinatorin Angela Hellenbach jetzt im Quartiersbeirat Reiherstiegviertel.

Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern gelingt im Reiherstiegviertel offenbar kein gemeinsames Miteinander. Der Quartiersbeirat jedenfalls sieht den einzigen Ausweg in stärkerer Repression. Hilfe erhoffen sich die Quartiersvertreter vom Landesbetrieb Verkehr. Dessen Mitarbeiter sollen regelmäßig die Straßen im Reiherstiegviertel kontrollieren und Falschparker aufschreiben – auch in den Abendstunden. Diese Bitte hat der Beirat einstimmig formuliert. Als Nächstes muss der Ausschuss für Wohnen und Stadtteilentwicklung der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte über die Empfehlung entscheiden.

Eine weitere Idee, das Falschparken im Quartier einzudämmen, hat keine Aussicht auf Erfolg. Der Vorschlag, den Wendehammer in der Straße Am Veringhof räumlich zu beschränken, damit Lkw-Fahrer die Straße gar nicht erst ansteuern, um am Straßenrand unzulässig zu parken, gilt als rechtlich nicht zulässig. Radfahrer sehen sich von den am Straßenrand stehenden Lkw gefährdet.

In die Kritik ist die Polizei geraten. „Wir müssen in Wilhelmsburg andere Gesetze einführen. Wir haben hier einfach keine Polizei in den Straßen“, sagte Beiratsmitglied Jürgen Geißler.

Das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme in dem vor einem Jahr geschaffenen Verkehrsberuhigten Geschäftsbereich in der nördlichen Veringstraße, in dem das ungewöhnliche Höchsttempo 25 gilt, bleibt offenbar auf der Strecke. Der Beiratsvorsitzende Wilfried Patschull jedenfalls sieht in der konsequenten Ahndung von Verkehrsverstößen den einzigen Ausweg: „Mit weißen Linien und Piktogrammen auf der Fahrbahn werden wir das Rowdytum nicht eindämmen können“, sagte Patschull.

( tsu )

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