Harburg
Buchholz

Ex-Minister Herbert Helmrich ist gestorben

Herbert Helmrich war acht Jahre lang Vorsitzender des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag. Am Dienstag ist er im Alter von 83 Jahren gestorben

Herbert Helmrich war acht Jahre lang Vorsitzender des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag. Am Dienstag ist er im Alter von 83 Jahren gestorben

Foto: Kanzlei Helmrich / HA

Der Buchholzer Jurist und ehemalige Minister war einer der profiliertesten Rechtspolitiker.

Buchholz.  Herbert Helmrich gehörte zweifellos zu den bekanntesten Buchholzer Persönlichkeiten. 1967 gründete er die Kanzlei am Markt, eines der ältesten und renommiertesten Anwaltsbüros der Stadt. Bis zu seinem Einzug in den Bundestag 1976 saß er acht Jahre im Stadtrat. Am 24. Oktober ist der bekennende Christdemokrat mit 83 Jahren in seinem Haus in Buchholz gestorben.

„Helmrich war nicht nur ein ausgezeichneter und hoch angesehener Jurist mit einem unglaublichen Allgemeinwissen. Trotz seiner politischen Karriere ist er stets ein bodenständiger, authentischer Mensch geblieben, mit großem Einfühlungsvermögen, Charme und viel Humor“, sagt Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse, der Helmrich seit mehr als 30 Jahren sehr gut kennt und in dessen Kanzlei er bis 2000 als Anwalt gearbeitet hat.

Helmrich wurde in der Lausitz geboren und lebte zunächst in der DDR. Nachdem er 1952 und 1953 jeweils aus politischen Gründen verhaftet worden war, floh er 1954 in die Bundesrepublik. Nach dem Abitur in Göttingen studierte er Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft und Soziologie an der Georg-August-Universität Göttingen.

1966 trat er der CDU bei und war von 1992 bis 2001 Vorsitzender des Bundesarbeitskreises Christlich-Demokratischer Juristen (BACDJ). Zudem engagierte er sich in der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT). Helmrich gilt als Ziehvater des amtierenden Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Grosse-Brömer aus Brackel.

Von 1984 bis 1992 war Herbert Helmrich Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag. „In dieser Zeit hat er an vielen wichtigen Gesetzentwürfen mitgewirkt, die das Rechtssystem unseres Landes maßgeblich geprägt haben“, so Röhse. Ein prägnantes Beispiel dafür sei das Bilanzrichtliniengesetz.

Am 19. März 1992 wurde der ausgewiesene Rechtsexperte Minister für Justiz-, Bundes- und Europaangelegenheiten in der von Ministerpräsident Berndt Seite (CDU) geführten Regierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und legte sein Bundestagsmandat nieder. Nach der Bildung einer Koalition aus CDU und SPD schied er am 9. Dezember 1994 aus der Regierung aus. Bis 2002 blieb er aber Mitglied des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern mit Direktmandat im Wahlkreis Pasewalk.

2013 erhielt der Wahlbuchholzer das Große Verdienstkreuz mit Stern, eine der höchsten Auszeichnungen der Bundesrepublik Deutschland.