Harburg
Buxtehude

An der Schnittstelle von Medizin und Kunst

Foto: Torsten Dührkoop / HA

Professor Claus-H. Siemsen zeigt auf unterhaltsame Weise, wozu sogenannte Tensegrity-Modelle dienen.

Buxtehude.  Geodätische Erdmodelle sind geometrisch-physikalische Idealkörper, die der Beschreibung des Erdkörpers und der Erdoberfläche dienen. Ein einfaches und wohl das bekannteste ist der Globus. Auch ein sogenanntes Tensegrity-Modell kann als Modell der Erde oder eines menschlichen Körpers dienen – oder als Kunstobjekt. Die Zusammenhänge zeigt der Ingenieur und Mediziner Prof. Dr. Claus-H. Siemsen in seinem Vortrag „Geodätisches Modell als Urbild des Lebens“ im Buxtehuder Theater im Hinterhof.

Vereinfacht gesagt, besteht ein Tensegrity-Modell aus Stäben, Gelenken und elastischen Bändern, die sich im Zusammenspiel verformen lassen. Das Wort Tensegrity setzt sich aus Tension (Spannung) und Integrity (Ganzheit) zusammen. Es bezeichnet ein System, in dem sich Strukturen durch Druck (Knochen) und Spannung (Muskeln) selbst stabilisieren. Solange die beiden Kräfte im Gleichgewicht sind, ist diese Struktur stabil. Das Tensegrity-Modell wurde vom Architekten und Ingenieur R. Buckminster Fuller entwickelt.

Siemsen zeigt in Buxtehude sein Tensegrity-Kunstobjekt. Er hat den Entwurf für das Objekt vor einigen Jahren konzipiert. Bis zur Umsetzung ins Echtmodell war es ein weiter Weg, da unvorhergesehene Schwierigkeiten auftauchten. Ein Künstler, ein Architekturbüro, eine Firma, die Edelstahl schweißen kann, und Geldgeber waren außer ihm selbst mit der Realisierung des Objektes beschäftigt.

Die Besucher erhalten bei dem Vortrag Einblicke, sehen Bilder von Kunstwerken aus dem Skulpturenpark in Ammersbek, wo das Objekt seinen Platz gefunden hat, und werden mit dem theoretischen Hintergrund von Tensegrity vertraut gemacht.

Siemsen beabsichtigt, seine Ausführungen gut verständlich mit Modellen und vielen konkreten Beispielen zu unterlegen. So sollen nicht nur Fachleute aus dem Bereich der „manuellen Medizin“ von dem Abend profitieren, sondern auch interessierte Laien. Denn mit dem Modell können bestimmte Funktionsstörungen, die zum Beispiel an der Wirbelsäule auftreten und zu erheblichen Schmerzen führen können, anschaulich erklärt werden.

Freitag, 13. Oktober, 20 Uhr, Theater im Hinterhof, Hauptstaße 34, Buxtehude, 13 Euro