Harburg
Bendestorf

Mit Hirn, Charme und Zitrone

Foto: Roger Richter / HA

Das Bürger- und Kulturforum Bendestorf präsentiert Thomas Ottos zauberhafte Show.

Bendestorf.  Die Zauberkunst hat in Hamburg eine lange Tradition. Schon 1896 gab der Zaubergerätehändler Carl Willmann mit der „Zauberwelt“ die weltweit erste Zeitschrift für Zauberkünstler heraus. Die Zauberei begann damals ihren bis dahin etwas anrüchigen Ruf abzulegen.

Seit dem Mittelalter gab es Taschenspieler, die ihre Tricks und Täuschungen auf Märkten vorführten. Die Bezeichnung Taschenspieler verdanken sie ihrer mitgeführten Tasche, der Gauklertasche, in der sie ihre Requisiten aufbewahrten. Mit den Gauklern gehörten die umherreisenden Zauberer damals zum „Fahrenden Volk“ mit dem bekanntlich nicht allerbestem Ruf.

Weltruhm erlangte ab 1920 das Zaubergeschäft von Janos Bartl am Jungfernstieg in Hamburg. Zauberer aus aller Welt kauften damals ihre von Bartl gefertigten Requisiten und Zaubertricks ein – stets mit dem Versprechen der absoluten Verschwiegenheit.

Manche mögen sich noch an den berühmten deutschen Zauberkünstler Kalanag erinnern. Er begann seine Karriere im Operettenhaus auf der damals schon großen Bühne und kündigte den Zaubereffekt stets mit dem auch heute noch bekannten „Simsalabim“ an.

Der Zeitgeschmack änderte sich und die Schau wurde zur Show mit viel Technik, Blitz und Donner. Großillusionisten wie David Copperfield gehen durch die Chinesische Mauer oder lassen die Freiheitsstatue verschwinden. In Las Vegas werden jedes Jahr die Shows aufwendiger und entfernen sich mehr und mehr von der ursprünglichen „echten“ Zauberkunst.

Der Hamburger Zauberer, Sammler und Chronist Wittus Witt begann im Jahre 2011 im Hamburger Kellertheater mit der Veranstaltungsreihe der jährlichen „Hamburger Zaubernächte“. Eingeladen waren Deutschlands beste Künstler. Der Zauberer Thomas Otto eröffnete damals mit seinem Programm „Mit Hirn, Charme und Zitrone“ die bis heute sehr erfolgreiche und stets ausverkaufte Veranstaltungsreihe. Der 1. Vorsitzende im Bürger-und KulturForum Bendestorf Gerd Koß war Besucher der Premiere und war von gezeigten Zauberkunst begeistert. „Das wäre doch was für unser Bendestorfer Publikum“, dachte er, und lud Thomas Otto nach Bendestorf ein.

Aber es klappte weder 2011 noch 2012. Immer kamen Tourneen oder Verpflichtungen in großen Häusern dazwischen. Sei es im Berliner Wintergarten, in Roncallis Apollo Theater, im Friedrichsbau in Stuttgart oder im Hamburger Hansa Theater.

Hinzu kam ein zweites Problem: Jeder Zauberer braucht eine spezielle Kulisse, also eine Bühnenrückwand. Die vorhandene Kulisse ist für große Bühnen konzipiert und passt nicht auf die kleine Bühne im Makens Huus. Aber Gerd Koß blieb hartnäckig. Und es klappte schließlich, denn Thomas Otto ließ für Bendestorf eine passende Kulisse fertigen.

Die ungewöhnlich lange Wartezeit von sechs Jahren wird sich lohnen, denn Thomas Otto präsentiert als einer der besten deutschen Zauberkünstler seine intelligente und zugleich stimmungsvolle Magie nicht allein auf der Bühne. Das Publikum wird einbezogen in seine unglaubliche Zauberkunst mit einer überraschenden Situationskomik und einer gehörigen Portion Wortwitz.

Ohne viel Technik und so ganz ohne doppelten Boden stellt er die Frage: Gibt es Dinge, die es nicht gibt? Allein die geschickten und schnellen Zauberhände lassen das Publikum staunen und letztlich zweifeln, ob es nun wirklich Dinge gibt, die es eigentlich nicht geben kann.

Sonnabend, 14. Oktober, 20 Uhr, Makens Huus, Poststraße 4, Bendestorf, Karten zu 17,50 Euro gibt es bei Blumen Ritter in Bendestorf und im Jesteburger Buchladen, Hauptstraße 10, Reservierungen unter www.bk-bendestorf.de, Restkarten an der Abendkasse