Harburg
Harburg

Museum reaktiviert Harburgs Geschichtspfad

Dr. Michael Merkel, hier im Archäologischen Museum, will den Harburger Geschichtspfad reaktivieren und aufwerten

Dr. Michael Merkel, hier im Archäologischen Museum, will den Harburger Geschichtspfad reaktivieren und aufwerten

Foto: Marcelo Hernandez

Spazierweg zu bedeutsamen Stättensoll wieder gekennzeichnet werden. Der neue Leiter des Bereichs Stadtgeschichte soll den Plan umsetzen.

Harburg.  Das Archäologische Museum Hamburg wird den Geschichtspfad in Harburg reaktivieren und modern gestalten – multimedial mit Schautafeln, in Form eines Buches und digital. Voraussichtlich bis Ende des Jahres 2018 werden Spaziergänger die Möglichkeit haben, sich an etwa 30 Stationen im Stadtraum ein Bild von Harburgs Geschichte zu machen. Das berichtete Dr. Michael Merkel im Kulturausschuss der Bezirksversammlung.

Der Archäologe leitet kommissarisch die Stadtgeschichte Harburg, zurzeit ein Heimatmuseum ohne eigenen Ausstellungsraum. Die Leitung ist vakant, seit Melanie Leonhard im Oktober 2015 das Amt der Sozialsenatorin in Hamburg übernommen hat. Zum 1. Januar 2018 soll die Stelle wieder besetzt werden, berichtete Michael Merkel jetzt überraschend den Mitgliedern des Kulturausschusses. Den Namen verrät das Archäologische Museum noch nicht. Die Verträge seien noch nicht unterzeichnet, und noch nicht alle zuständigen Gremien hätten sich mit der Personalie befasst, sagt Museumssprecherin Beate Trede.

Eine der ersten Aufgaben des neuen Leiters der Stadtgeschichte Harburg wird der Reaktivierung des Geschichtspfades sein. In Form von Schaukästen aus Holz hat es ihn 1988 bereits gegeben. Weil sich Museum und Bezirksamt uneinig über die Zuständigkeit zur Pflege waren, ist der Geschichtspfad aus dem Stadtbild nahezu wieder verschwunden.

Den neuen Geschichtspfad werden pflegeleichte Informationstafeln aus Metall bilden, wie sie aus dem Harburger Binnenhafen an den Standorten Kanalplatz und Harburger Schloss bekannt sind.

Wer sich die mittelalterliche und industrielle Geschichte Harburgs nicht entlang der Originalschauplätze erwandern möchte, wird stattdessen die Möglichkeit erhalten, zu einer neuen Publikation zu greifen.

Vorbild wird der im praktischen Taschenformat erschienene Guide „Der Harburger Binnenhafen“ sein, den die Stiftung Buchkunst in diesem Jahr zum schönsten Buch Deutschlands gekürt hat. Michael Merkel ist Mitherausgeber des ausgezeichneten Buches. „Ich träume von einer Trilogie, die neben dem Binnenhafen und den Geschichtspfad noch zusätzlich den Kunstpfad in Harburg beschreibt“, sagte der Archäologe.

Auf ihrem Smartphone oder Tablet werden sich Menschen auf neue Art und Weise mit der Stadtgeschichte Harburgs befassen können. In 30 jeweils eine Minute langen Filmen werden Harburger ihren historischen Lieblingsort beschreiben und ihre Erinnerungen und Geschichten erzählen, berichtete Michael Merkel von dem neuen Konzept. Filmfiguren in historischer Verkleidung werden den Zuschauer in die Zeit des 15. und 19. Jahrhunderts zurückversetzen.

Zusätzliche, neue Schauplätze werden in den neuen Geschichtspfad aufgenommen. Das Archäologische Fenster in der Harburger Schloßstraße zum Beispiel, das Fundstücke von Ausgrabungen zeigt.

Wer gegen das Fenster klopft, löst damit kurze erklärende Filmchen aus. Michael Merkel: „Der Harburger verdient, dass wir ihm einen neuen Geschichtspfad anbieten.“