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Winsen will Gerechtigkeit mit günstigerem HVV-Tarif

Der Metronom fährt am Channel Hamburg vorbei in Richtung Bahnhof Harburg

Der Metronom fährt am Channel Hamburg vorbei in Richtung Bahnhof Harburg

Foto: Thomas Sulzyc

Rat in Winsen verabschiedet Resolution und fordert Reaktion von Land und HVV. Viele Metronom-Pendler umgehen Tarifgrenze.

Winsen. Für die Kreisstadt soll ein günstigerer Tarif im Nahverkehr gelten. Dafür hat sich der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag eingesetzt. In einer Resolution, die einstimmig verabschiedet werden muss, fordern die Kommunalpolitiker, dass für die Stadt der günstigeren Ring C statt der Ring D in der Tarifstruktur gelten soll (siehe auch Infokasten).

„Eine bessere tarifliche Eingliederung in das HVV-Gebiet ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern wäre eine große Chance, einen spürbaren Anteil des Berufs- und Freizeitverkehrs vom Auto auf die Schiene zu verlagern, die Umweltbelange nachhaltig zu stärken und den Bahnhof Winsen als Anlaufpunkt in der gesamten Region aufzuwerten“, heißt es in der Resolution. Die Stadt Winsen sei bereit, an einer Lösung mitzuwirken, erwarte aber vom Land Niedersachsen, der Landesnahverkehrsgesellschaft und dem Hamburger Verkehrsverbund schnelle, konkrete Schritte sowie die Übernahme von finanzieller Verantwortung.

4664 Pendler fahren regelmäßig von Winsen nach Hamburg

In der Begründung für die Resolution wird darauf verwiesen, dass insgesamt 4664 Bürger regelmäßig von Winsen aus nach Hamburg fahren. Viele von ihnen würden derzeit täglich zunächst mit dem Auto nach Ashausen fahren. Das Dorf, das nur vier Kilometer von Winsen entfernt liegt, wird mit Ring B deutlich günstiger eingestuft als die Kreisstadt. Die Zahl der in Ashausen ein- und aussteigenden Fahrgäste sei rasant gestiegen. Die Parkplatzsituation sei prekär. Deshalb musste 2013/14 bereits eine Park&Ride-Anlage errichtet werden. Ähnlich stelle sich die Lage in Stelle dar. Der „P+R-Tourismus“ in den Nachbargemeinden von Winsen sei so eine „Folge des Tarifwirrwarrs.“ Ob und wie schnell die Resolution nun Wirkung zeigt, blieb während der Ratssitzung jedoch offen.

Beim Ende März eröffneten Parkhaus am Winsener Bahnhof wird es weiter bei den Gebühren von 290 Euro im Jahr, 30 Euro im Monat und drei Euro am Tag bleiben. Das hat der Rat mit großer Mehrheit beschlossen. Roderik Pfreundschuh (AfD) und der Ratsvorsitzende Andreas Waldau (Freie Winsener) konnten sich mit ihrem Vorschlag nicht durchsetzen. Sie hatten gefordert die Jahresgebühr auf 120 Euro zu senken, um das Parkhaus attraktiver zu machen. Eine Summe, mit der während des Baus des Parkhauses zunächst kalkuliert worden war. Der AfD-Politiker schloss sich dann dem Antrag des Ratsvorsitzenden an.

Sowohl CDU als auch Grüne und die SPD wollten aber den Preis nicht weiter senken. Sie gehen zudem davon aus, dass sich das Haus immer mehr füllen wird. „Das Parkhaus wird nie kostendeckend zu führen sein. Wir bieten aber eine Leistung an und die muss ein Stück weit auch bezahlt werden“, sagte Tim Lehmann (Grüne).

Die Verwaltung erhält jede Woche die Auslastungszahlen. Derzeit sind 130 der 540 Plätze fest vermietet. Dazu nutzen noch Tagesparker das Haus.

Die Bahn-Tarife

Reisende aus Winsen müssen für eine Monatskarte zum Hamburger Hauptbahnhof 159,70 Euro zahlen. Beim Ring C sind es 132,80 Euro, bei B 105,40 Euro.

Ausschlaggebend für die Tarife soll die Entfernung sein. Während Winsen 31 Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt ist und in Ring D eingegliedert wurde, ist Kaltenkirchen 42 Kilometer entfernt. Dennoch gilt hier der Ring C.