Harburg
Landkreis Harburg

Sturmtief verursacht schwere Schäden

In Buchholz stürzte ein Baum auf die Schienen der Zugstrecke Buchholz - Hannover

In Buchholz stürzte ein Baum auf die Schienen der Zugstrecke Buchholz - Hannover

Foto: JOTO

Mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde fegte „Sebastian“ über Bezirk und Landkreis Harburg. Bäume stürzten um, fast alle Bahnen standen still.

Harburg/Landkreis. Fast wie aus dem Nichts kam Mittwochnachmittag das Tiefdruckgebiet „Sebastian“ über Bezirk und Landkreis Harburg. Es sorgte für massive Schäden – und lange Probleme im Bahnverkehr. Gegen 13.30 Uhr gingen bei Feuerwehr und Polizei die ersten Notrufe ein, weil mehrere Bäume umgestürzt waren.

Die Feuerwehrleute rückten zuerst in Winsen und Umgebung aus, um die Schäden zu beseitigen. Danach gab es bis in die Abendstunden keine Verschnaufpause mehr für die Feuerwehrleute im gesamten Landkreis. Orkanartige Böen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde zogen über den Norden. Im Buchholzer Ortsteil Holm-Seppensen stürzte eine Birke ins Gleisbett. Ein herannahender Zug wurde am Bahnhof Holm-Seppensen gestoppt.

Die Feuerwehrleute mussten den Baum in mühsamer Kleinarbeit zerschneiden und dann zur Seite tragen. Nach gut einer Stunde konnte der Bahnverkehr dort wieder aufgenommen werden. In der Zwischenzeit war der Zugverkehr zwischen Buchholz und Hannover eingeschränkt. Um 17 Uhr erreichte der Herbsturm seinen vorläufigen Höhepunkt. Alleine in und um Buchholz waren zu der Zeit mehr als 20 Bäume umgekippt und bis zu zehn Straßen gesperrt.

Die Feuerwehren arbeiteten eine Einsatzstelle nach der anderen ab. Im gesamten Landkreis Harburg waren Hunderte Feuerwehrleute unterwegs, um die Sturmschäden zu beseitigen. In Tostedt stürzte ein großer Ast einer Eiche aus 15 Meter Höhe auf die Straße und beschädigte auch ein Wohnhaus. Die Feuerwehrleute mussten mit einer Drehleiter einen weiteren Ast entfernen – da auch dieser auf das Wohnhaus zu stürzen drohte. In Tangendorf wurde das Dach des Sportlerheims vom Wind abgedeckt. Fast alle Dachziegel landeten auf einem angrenzenden Acker.

Für die meisten Probleme sorgten jedoch Bäume auf den Gleisen in Buchholz und Stade. Der Metronom musste am Nachmittag seinen Zugverkehr zwischen Hamburg und Bremen und Hamburg und Stade komplett einstellen.

In Buchholz stürzte ein Baum auf die Oberleitung der Metronom-Strecke. Bis Redaktionsschluss war nicht klar, wann der Zugverkehr zwischen Hamburg und Bremen wieder aufgenommen werden konnte. Nach einer ersten Bilanz sah es so aus, als sei im Landkreis lediglich ein Verletzter zu beklagen.

In Seevetal wollte ein Anwohner einen Baum zerschneiden und verletzte sich dabei. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. In Jesteburg soll eine Autofahrerin während der Fahrt von einem Ast getroffen worden sein. Die Fahrerin wurde glücklicherweise nicht verletzt. Einen Überblick über die Schäden hatten die Retter am Mittwochabend noch nicht.

Auch im Bezirk Harburg hinterließ der Sturm Spuren: Die S-Bahnstrecke Richtung Stade war unterbrochen, nachdem Äste das Gleis blockiert hatten. Fahrgäste wichen ab Hamburg Rathaus auf den kurzfristig eingerichteten Schienenersatzverkehr aus. Sturmböen rissen Wahlplakate aus ihren Verankerungen, lose Äste brachen unter der Last des Laubes.

Die Freiwilligen Feuerwehren im Hamburger Süden waren im Dauereinsatz, vor allem um Äste zu beseitigen und Gerüste zu sichern. Im Ostfriesenviertel von Finkenwerder und in der Parkanlage am Ringgraben schlug der Sturm heftig zu: Um 17 Uhr rückte die Freiwillige Feuerwehr mit Kettensägen an, um Äste zu beseitigen.

Im Bereich Harburger Ring/Schlossmühlendamm sperrte die Polizei einen Abschnitt des Fußweges, nachdem Äste herabgestürzt waren. In Wilhelmsburg beschädigte ein Ast ein Auto stark. Verletzt wurde niemand. In Eißendorf stürzte ein Baum in der Wilhelm-Busch-Straße quer über die Fahrbahn. Feuerwehrleute beseitigten ihn. In Neugraben-Fischbek stürzten am Quellgrund gleich zwei Bäume auf eine Hochspannungsleitung.