Harburg
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SPD und Neue Liberale fordern saubere Busse

Harburgs Busse sollen sauberer werden, fordern SPD und Neue Liberale

Harburgs Busse sollen sauberer werden, fordern SPD und Neue Liberale

Foto: Lars Hansen / xl

Bei der Umstellung auf Elektrobusse sollen andere Stadtteile bevorzugt werden. Harburger Bezirkspolitiker wollen das nicht hinnehmen.

Harburg.  Zwar sind Busse nicht der alleinige Verursacher von Luftverschmutzung, aber eine Stellschraube, an der die Stadt schnell und effektiv drehen kann. Harburger Politiker verschiedener Fraktionen finden es deshalb nicht gerechtfertigt, dass der Bezirk Harburg, was die Umrüstung der städtischen Busflotte auf saubere Antriebe angeht, hintenanstehen soll. Sie fordern ein Umdenken der Freien und Hansestadt Hamburg.

Bei der Umrüstung der Hamburger Busflotte auf emissionsfreie Antriebe soll Harburg keine Pionierrolle zukommen, hat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation im August auf eine Anfrage der Neuen Liberalen in der Harburger Bezirksversammlung geantwortet. Priorität sollen Strecken innerhalb des Rings 2 haben, an denen der Luftreinhalteplan der Freien und Hansestadt Hamburg auch nach 2025 noch Überschreitungen der Schadstoffgrenzwerte in der Luft prognostiziert.

Die Hamburger Hochbahn AG (HHA) hat gerade die Anschaffung von 60 Elektrobussen für die Jahre 2019 und 2020 angekündigt. Primär sollen sie ab dem Betriebshof Alsterdorf operieren, der gerade für E-Busse umgerüstet wird. Weitere HHA-Betriebshöfe, wie Harburg, sollen erst später folgen. Der vor zwei Jahren eröffnete neue Betriebshof Harburg 2 ist allerdings schon auf E-Busse eingestellt.

Dass nördlich der Elbe die Luft schlechter sein soll, als in Harburg, wollen vor allem die Neuen Liberalen nicht glauben. Derzeit weist zum Beispiel die nördliche Winsener Straße höhere Stickoxid- und Feinstaubwerte auf, als die Hamburger Messpunkte Max-Brauer-Allee und Habichtstraße, die als besonders belastet gelten.

Für die Winsener Straße prognostiziert der Luftreinhalteplan allerdings bis 2020 einen Rückgang der Belastung bis unter die Grenzwerte. „Welche Annahme eine derart günstige Prognose rechtfertigt, ist jedoch in keiner Weise ersichtlich“, sagt Kay Wolkau, Fraktionsvorsitzender der Neuen Liberalen. „Deshalb ist ein konsequentes Vorgehen gegen die Luftbelastung oberstes Gebot!“

Seine Fraktion hat deshalb einen Antrag in die Bezirksversammlung eingebracht, in dem sie fordert, in Harburg bevorzugt emissionsfreie Busse einzusetzen. Außerdem soll an der Winsener Straße eine permanente Messstation eingerichtet werden.

Auch die SPD-Fraktion will die Busse kurzfristig sauberer machen. Sie setzt dabei aber nicht auf Neuanschaffungen, sondern auf Nachrüstung: „Eine komplette Umstellung auf emissionsfreie Busse ist benötigt viel Zeit, da noch nicht abgeschriebene Dieselbusse über Jahre hinweg im Einsatz verbleiben“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Heimath.

Nur könne man auch die verbleibenden Dieselbusse für die Übergangszeit, die laut HHA bis 2032 andauert, so umrüsten, dass sie erheblich sauberer werden. „Es gibt ein in Finnland entwickeltes System, dass die Harnstoffeinspritzung in die Diesel-Abgasreinigungsanlagen sehr viel effizienter steuert, als die herkömmlichen Systeme“, sagt Heimath.

Bei Umrüstungskosten von 20.000 Euro pro Bus könnte schnell und günstig eine Luftverbesserung erreicht werden, schreibt die SPD und fordert, die neue Technologie in Harburg zumindest zu testen.