Harburg
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In Harburg mangelt es an Hebammen

Gesundheitsbehörde antwortet auf Anfrage der Grünen: In anderen Hamburger Bezirken ist es auch nicht besser

Harburg.  Der Mangel an Hebammen in Harburg ist Thema im Hauptausschuss, der heute von 18 Uhr an tagt. Anlass ist eine Anfrage der Grünen an die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV). Darin zitieren sie einen Bericht der Behörde, der auf einer Befragung Hamburger Hebammen basiert: „Auf regionaler Ebene sind auf den ersten Blick jeweils mehrere zusammenhängende Regionen identifizierbar, die sich durch einen hohen Anteil von Müttern auszeichnen, die nachgeburtlich nicht durch die befragten Hebammen betreut wurden.“ Dann wird aufgelistet: „...die südlich liegenden Stadtteile Heimfeld, Harburg, Eißendorf mit ca. 2000 Geburten/Jahr, ca. 80 Prozent Frauen ohne nachgeburtliche Betreuung, überwiegend in schlechterer sozialer Lage.“

Die Grünen wollten deshalb wissen, wie es kommt, dass in den genannten Bereichen so viele Frauen im Wochenbett ohne Betreuung einer Hebamme auskommen müssen. Die Antwort der Behörde? Sie wiegelt ab. Es ist die Rede von einer regional heterogenen Versorgungslage. „Die Aussage trifft nicht auf den gesamten Bezirk Harburg zu“, heißt es. Alles halb so schlimm, jedenfalls wenn man den Ausführungen der Behörde folgt. Vielleicht legt sie ja den Leitsatz zugrunde, geteiltes Leid ist halbes Leid. Jedenfalls antwortet sie auf die Grünen-Anfrage: „Auch in anderen Regionen in Hamburg ist die Versorgungslage ähnlich.“ Mögliche spezifische Gründe für die Stadtteile im Bezirk Harburg seien jedenfalls nicht bekannt, außerdem: „Eine ähnliche Versorgungssituation ist auch bundesweit gegeben.“

Gudrun Schittek, Grünen-Abgeordnete und außerdem Frauenärztin, ist angesichts dieser Reaktion empört: „Es ist für die Frauen bitter nur zu hören, dass es in anderen Bezirken und im Bundesgebieten ähnlich aussieht, auf die Gründe wird überhaupt nicht eingegangen.“

Aber es gibt auch positive Entwicklungen. Die Zahl der Ausbildungsplätze für Hebammen und Geburtshelfer sei von 60 im Jahr 2011 auf aktuell 96 erhöht worden. Helios Mariahilf, die einzige Geburtsklinik im Bezirk, bilde jetzt erstmals sechs Hebammen bzw. Geburtshelfer aus. Außerdem befinde sich die Klinik im Gespräch mit dem Gesundheitsamt Harburg. Obwohl die nachgeburtliche Betreuung nach der Entlassung keine Aufgabe der Krankenhäuser sei, suche die Klinik gemeinsam mit dem Amt nach Wegen, die Versorgungslücke zu schließen.