Harburg
Seevetal

Ärger der Bürger über Rastplatzpläne wächst

Vor den CDU-Landtagsabgeordneten André Bock (v.l.) und Heiner Schönecke machte die Bürgerinitiative gegen die geplante Raststätte in Meckelfeld, mit ihrer Vorsitzenden Angelika Gärtner als Wortführerin, ihrem Ärger Luft

Vor den CDU-Landtagsabgeordneten André Bock (v.l.) und Heiner Schönecke machte die Bürgerinitiative gegen die geplante Raststätte in Meckelfeld, mit ihrer Vorsitzenden Angelika Gärtner als Wortführerin, ihrem Ärger Luft

Foto: Stefanie Ender / HA

Arbeitskreis Wirtschaft und Verkehr der CDU-Landtagsfraktion traf sich mit Betroffenen am Seevedeich in Meckelfeld.

Seevetal.  Der in Seevetal geplante Autobahnrastplatz an der A1 ist heftig umstritten. Vor allem Anwohner und die lokale Politik sind nicht einverstanden. Beim Besuch der CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke und André Bock am Donnerstag machten die aufgebrachten Seevetaler ihrem Ärger Luft.

„Wir wollen den Rastplatz Elbmarsch nicht“, schimpfte Angelika Gärtner, erste Vorsitzende der Bürgerinitiative gegen T&R Elbmarsch e.V. auf dem Seevedeich stehend, direkt gegenüber dem Gelände für die geplante Raststätte. Um sie versammelten sich etwa 40 aufgebrachte Anwohner, Bürgermeisterin Martina Oertzen und Landrat Rainer Rempe, die zustimmten. Zum Besuch des Arbeitskreises Wirtschaft und Verkehr der CDU-Landtagsfraktion packten die aufgeregten Seevetaler ihre lange Liste der Gegenargumente aus.

„Wir haben hier schon genug Lärmbelastung mit den Autobahnen A1, A39 und A7“, so Günter Schwarz, zweiter Vorsitzender der Bürgerinitiative. Nicht nur die Menschen, auch die Natur werde unter der geplanten Raststätte leiden. Es handele sich hier um Feuchtwiesen auf Erd-Niedermoorböden, auf denen sechs Fledermausarten, 82 Vogelarten und 52 Brutvogelarten leben, erklärte Rainer Weseloh den CDU-Politikern. Neben einem zerstörten Landschaftsbild befürchten die Bürger einen erhöhten Durchgangsverkehr und damit Lärm tagsüber und nachts, Abgase, Feinstaub und ein zukünftig ruiniertes Naherholungsgebiet.

Besonders das Vorgehen der Hansestadt Hamburg ärgert die Rastplatzgegner. „Wir haben nicht das Gefühl, dass Hamburg uns als Partner auf Augenhöhe sieht“, sagte Gärtner. Vor 20 Jahren habe das Bundesministerium für Verkehr und die Freie und Hansestadt Hamburg gemeinsame Sache gemacht und Niedersachsen als Standort für den neuen Rastplatz ausgesucht. „Ohne Anhörung, ohne Beteiligung des Landes Niedersachsen, des Landkreises Harburg oder der Kommunen und Betroffenen – so etwas ist nicht mehr zeitgemäß“, meinte auch Rainer Weseloh verärgert.

„Wenn wir solche Rastplätze brauchen, dann muss der Zirkel der Verantwortung größer gefasst sein“, stimmte ihm MdL Heiner Schönecke zu. Hamburg habe in seinen Augen auch eine Bringschuld. Die länderübergreifende Zusammenarbeit müsse besser funktionieren.

Auch Bürgermeisterin Martina Oertzen und Landrat Rainer Rempe bekräftigten am Donnerstag erneut, dass sie gegen die geplante Raststätte sind, auch gegen die abgespeckte Variante, die einen unbewirtschafteten Stellplatz vorsieht. MdL Heiner Schönecke stimmte zu: „Die von Wirtschaftsminister Olaf Lies vorgeschlagene kleinere Raststätte können auch wir nicht unterstützen. Wir wollen gar keine Rastanlage hier haben.“

Er wolle den Unmut der Seevetaler nach Hannover tragen, wobei er ein klares Wählerversprechen nicht geben kann. Der Bund entscheidet letztlich über den Standort. Allerdings werde das Land Niedersachsen durch das für Februar 2018 geplante Planungsfeststellungsverfahren Einfluss nehmen können, meinte Schönecke optimistisch. Damit kommt er dem dringenden Wunsch der Betroffenen nach Gehör nach, auch wenn es wegen der nahenden Landtagswahl im Januar 2018 wohl beim Zuhören bleiben wird.

Die Mitglieder der vor rund fünf Jahren gegründeten Bürgerinitiative bereiten sich indes darauf vor, im Fall, dass Taten ausbleiben, auch vor Gericht zu ziehen. „Wenn es nicht anders geht, gehen wir den Klageweg, und zwar bis zur letzten Instanz“, erklärte Gärtner entschlossen.