Harburg

SPD sorgt sich um indische Kinder

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Abgeordnete wollen wissen, wie Produkte aus Kinderarbeit vermieden werden

Harburg. Die SPD-Fraktion in der Harburger Bezirksversammlung sorgt sich um die Herkunft des Granits, der sowohl für die Grabsteine auf Harburger Friedhöfen als auch im Straßenbau Verwendung findet. Die Sozialdemokraten fürchten, hier verwendete Steine könnten mit Kinderarbeit hergestellt worden sein. In einer Anfrage an die Bezirksverwaltung wollen die SPD-Abgeordneten wissen, ob und wie die Herkunft der Steine kontrolliert und beeinflusst wird.

Nach Informationen der Sozialdemokraten stammen 90 Prozent des Pflasters in deutschen Städten aus Indien. Indien verfügt weltweit über die größten Vorkommen an Naturstein, Granit für Grabsteine kommt hauptsächlich aus Südindien. 50.000 Tonnen Granit werden direkt nach Deutschland exportiert. Hier wird der indische Granit vor allem aus Preisgründen gekauft. „Dass die indischen Natursteine in Deutschland so billig angeboten werden können, hat viele Gründe“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Heimath, „aber einer der wichtigsten Faktoren ist, dass Steine oft von Kindern abgebaut und verarbeitet werden. Was übrigens auch in Indien nicht erlaubt ist. Den gesamten Tag arbeiten sie an bis zu 45 Kilogramm schweren Schlagbohrmaschinen. Ihre körperliche Entwicklung leidet unter dieser extrem schweren Arbeit. Dazu kommt der fehlende Arbeitsschutz. Verheerende Unfälle und schwerste Gesundheitsschäden sind die Folgen. Viele Kinder erkranken an Steinstaublunge. Wer bereits als Baby mit in den Steinbruch genommen wurde und dort aufwächst, wird meist keine 30 Jahre alt.“

Heimath gibt an, dass das Verantwortungsbewusstsein von öffentlichen Auftraggebern allerdings gestiegen ist und viele Bundesländer mittlerweile in Vergabeordnungen und viele Gemeinden in Friedhofssatzungen festschreiben, dass die verwendeten Materialien ethisch korrekt produziert wurden.

Die SPD möchte von der Verwaltung wissen, welche Erkenntnisse über die Herkunft von Steinen im Straßenbau und auf Friedhöfen in Harburg vorliegen; ob es Regelungen gibt, die den Herkunftsnachweis von Steinen verlangen; und wie die Verwendung von Steinen, die mittels Kinderarbeit produziert werden, verhindert werden kann ?

( xl )

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