Winsen/Hittfeld

Sanierung: Neue Fahrbahnen für Kreisstraßen

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Rolf Zamooni
 Jochen Brück, Leiter der Betriebsgemeinschaft Straßendienst des Landkreises Harburg will ein bei Straßen bewährtes Verfahren jetzt auch bei Radwegen erproben lassen

Jochen Brück, Leiter der Betriebsgemeinschaft Straßendienst des Landkreises Harburg will ein bei Straßen bewährtes Verfahren jetzt auch bei Radwegen erproben lassen

Foto: Rolf Zamponi / HA

Oberflächen im Bereich Hollenstedt werden saniert. Spezial-Verfahren für Radwege wird erstmals erprobt.

Winsen/Hittfeld.  Der Landkreis Harburg plant über das Ende der Sommerferien hinaus weitere Sanierungen auf Kreisstraßen. Dabei geht es allein bei den drei größten, kommenden Aufträgen um knapp 300.000 Euro. Bereits abgeschlossen sind dagegen die Arbeiten, bei denen Risse und poröse Oberflächen von Straßen mit Bindematerial und Splitt geschlossen werden. Charakteristisch für diese Arbeiten ist, dass die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h gesenkt und Autofahrer vor dem Rollsplit gewarnt werden. Allein für diesen Auftrag über kreisweit 57.000 Quadratmeter lagen die Kosten bei 107.000 Euro.

Vom 21. August an soll nun die Langwedeler Firma AS Asphaltsanierung, die auch die Rollsplitt-Arbeiten mit ihrem Reparaturzug abgeschlossen hat, auf fünf Kreisstraßen im Bereich Hollenstedt die kompletten Oberflächen sanieren. Gearbeitet wird insgesamt auf einer Länge von 5,7 Kilometern und einer Fläche von knapp 32.000 Quadratmetern. „Der Auftrag liegt bei rund 72.000 Euro“, sagte Jochen Brück, der Leiter der Betriebsgemeinschaft Straßendienst (BGS), am Montag dem Abendblatt. Sperrungen sind auf den Straßen K40, K16, K 43, K63 und K35 nicht vorgesehen. „Die Baustellen wandern mit.“

Erstmals auf einem Radweg ausprobieren will Brück eine besonderes Verfahren, um deren Oberflächen zu sanieren. Eingesetzt werden soll ein Gemisch aus Bitumen, Zement, Splitt und Wasser, das kalt aufgetragen wird. Der Clou: Das Material härtet in 20 bis 30 Minuten aus, so dass es gleich wieder befahrbar ist.

Für die Reparatur ist eine 3,7 Kilometer lange Strecke zwischen Holwede und Hollenstedt vorgesehen. „Wir haben den Auftrag für 80.000 bis 100.000 Euro für Spezialfirmen beschränkt bundesweit ausgeschrieben und erwarten ein Ergebnis für Anfang August“, sagt Brück. Bis zum Ende des Monats sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Brück verweist darauf, dass der Kreis insgesamt mehr als 400 Kilometer Radweg zu betreuen hat. „Wir hoffen, dass sich das Verfahren auch bei Radwegen als kostengünstig bewährt.“

Während der niedersächsischen Herbstferien vom 2. Oktober bis einschließlich 15. Oktober wird sich die BGS um Fahrbahnränder in der Elbmarsch und im Rosengarten kümmern. Auf 1,5 Meter Breite soll Asphalt abgetragen und danach eine acht Zentimeter dicke, neue Schicht aufgebracht werden. Die betroffenen Straßen werden jeweils für ein bis zwei Tage voll gesperrt. Die Maßnahmen sind auf die Ferien beschränkt. Denn danach müssen Schulbusse wieder ihre Ziele anfahren. Der BGS-Chef rechnet mit Kosten von rund 100.000 Euro. „Wir bereiten derzeit die Ausschreibung vor.“

Im jährlichen Etat sieht der Landkreis Harburg durchschnittlich rund 1,5 Millionen Euro für die Pflege und Sanierung der vorhandenen Infrastruktur vor. Dazu gehören neben den Straßen auch die Grünpflege, die Instandhaltung von Brücken und Radwegen oder auch Einsätze, um Unfallschäden zu beseitigen. Neben der Zentrale in Hittfeld unterhält die BGS Außenstellen in Hollenstedt, Winsen und Trelde. Dort lagern Salz- und Materialvorräte. Die Kooperation zwischen dem Betrieb Kreisstraßen, zu dem die BGS gehört und dem Niedersächsischen Landesbehörde (siehe Infokasten) ist ein bundesweit einmaliges Modell.

Der Straßendienst

Die Betriebsgemeinschaft Straßendienst (BGS) in Hittfeld ist für die Wartung, Pflege aller Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zuständig. Das Straßennetz im Landkreis umfasst 670 Kilometer, rund 470 Kilometer Radwege, 160 Brücken und 171 Lichtsignalanlagen.

Die BGS wurde am 9. Dezember 2005 im Rahmen einer Vereinbarung des Kreises Harburg und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zum 1. Januar 2006 gegründet . Es ist die größte Straßenmeisterei im Land Niedersachsen.

Zu den Zielen des Modells gehört es, Kosten zu senken. So können Fahrzeuge etwa beim Mähen alle Straßen durchgängig bedienen. Zudem kann die BGS beim Einkauf günstigere Preise erzielen. „Mit 45 Mitarbeitern sorgen wir für eine sichere Fahrt auf freien Straßen, im Winterdienst, bei der Pflege der Bäume und Grünflächen am Straßenrand, der Straßenreinigung oder beim Beseitigen von Schlaglöchern“, sagt BGS-ChefJochen Brück.

( rz )

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