Harburg
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Flüchtlinge weg: Schwarzenberg bleibt leer

Der Rückbau auf dem Schwarzenberg ist mittlerweile abgeschlossen. Die Grünflächen sind neu eingesät worden

Der Rückbau auf dem Schwarzenberg ist mittlerweile abgeschlossen. Die Grünflächen sind neu eingesät worden

Foto: Katharina Geßler / HA

Nach Abbau der Flüchtlingsunterkunft gibt es kein schlüssiges Konzept für eine weitere Nutzung. Gilde will Festplatz auf dem Rathausmarkt behalten.

Heimfeld.  Knapp drei Jahre lang haben die Harburger auf dem Schwarzenberg Flüchtlinge aus den Krisenregionen Afrikas und des Nahen Ostens beherbergt. Jetzt ist der Platz wieder leer. Wie früher ist trotzdem noch nichts: Die Anwohner müssen sich anscheinend erst daran gewöhnen, den Platz wieder für sich zu haben. Die Fläche ist leer. Das ist zunächst auch ganz gut so: Zwischen den asphaltieren Wegen ist neues Gras gepflanzt, das muss erst einmal anwachsen.

Trotzdem machen sich die Harburger Gedanken darüber, was auf dem Schwarzenberg geschehen könnte. Die traditionelle Funktion als Veranstaltungsort der Volksfestes zum Harburger Vogelschießen hat der Platz verloren – und das nicht erst seit 2014 die Flüchtlinge einzogen, wie Ingo Mönke, erster Patron der Schützengilde, sagt: „Es war schon in den Vorjahren immer schwerer geworden, Publikum auf den Schwarzenberg zu locken. Damit wurde das Vogelschießen für die Schausteller unattraktiv und deshalb immer kleiner. Wir hätten uns schon früher Gedanken um Alternativen machen sollen. Als die Flüchtlingsunterkunft kam, mussten wir endlich handeln. Ich habe das Gefühl, dass wir auf dem Rathausmarkt mehr Harburger erreichen.“

Auch die Harburger Bautage werden nicht auf den Schwarzenberg zurückkehren. Sie werden gar nicht mehr stattfinden. „Das Messegeschäft allgemein ist rückläufig und in Harburg hatten wir schon vor 2014 Schwierigkeiten, die Aussteller zu interessieren, deshalb haben wir damals auch keinen der Alternativstandorte angenommen, die uns angeboten wurden“, sagt Messeveranstalterin Gudrun Stephan.

Muss man also noch den Festplatz als große, kahle freie Fläche vorhalten, oder sollte man ihn lieber gestalten?

Frank Richter, SPD-Kreisvorsitzender, Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses und Heimfelder, sieht keinen allzu großen Gestaltungsbedarf: „So eine Freifläche bietet ja ganz viele Möglichkeiten“, sagt er. „Ich erinnere mich noch gut daran, wie es vor der Flüchtlingsunterkunft war. Da haben Leute Cricket gespielt, oder sich zum Fußball getroffen. Familien haben gepicknickt, Cliquen haben gegrillt und ganz viele Harburger Kinder haben hier oben Fahrradfahren gelernt. Dabei ist niemand jemand anderem in die Quere gekommen. Wenn man den Platz jetzt stark gestaltet, schränkt man solche Möglichkeiten ein.“

Auch Kay Wolkau, Heimfelder Bezirksabgeordneter der Neuen Liberalen, ist dafür, die Fläche möglichst frei zu halten. „Das lässt ja mehr Raum für jeden“, sagt er. „Allerdings spricht auch nichts dagegen, die Freifläche ansprechend zu gestalten. Ich könnte mir zum Beispiel gut einen Springbrunnen als Blickfang vorstellen, wenn ich mir etwas wünschen dürfte.“

André Lenthe, Linken-Abgeordneter in der Bezirksversammlung wohnt zwar nicht in Heimfeld, hat dort aber viel zu tun „Ich sähe es gerne, wenn an den Rändern der Fläche noch mehr Sport- und Freizeitmöglichkeiten entstehen“, sagt er, „ein Boule-Platz wurde gerade eingeweiht, ein Beachvolleyball-Feld soll noch kommen. In dem Sinne könnte dort auch noch ein bisschen mehr geschehen. Ansonsten ist es aber wichtig, auch so eine Freifläche zu haben.“

Am Rand des Schwarzenbergplatzes finden übrigens auch immer noch Teile des Fests zum Vogelschießen statt: Am „Kaiserbrunnen“ auf der Nordseite der Hügelkuppe wird der Gildekönig proklamiert und auf dem direkt darunter gelegenen Kanonenplatz zur Feier des neuen Königs eine Salve abgefeuert. Die Kanonenrohre zeigen übrigens in Richtung Hamburg.