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Tostedt will freies WLAN an zentralen Plätzen einrichten

Freier WLAN soll es bald an mehr Plätzen in Tostedt geben

Freier WLAN soll es bald an mehr Plätzen in Tostedt geben

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Gratis-Internet in Einrichtungen und in der Stadt: Zwei Betreiber stehen bereit, Politik berät heute Abend über Kosten und Hotspots

Tostedt.  Die Gemeinde Tostedt will das unbegrenzte und kostenlose Surfen im Internet ausweiten. Der Vorstoß kommt von der SPD. Frank Plantikow von der SPD hat beantragt, freie WLAN-Hotspots an öffentlichen Plätzen und Einrichtungen einzurichten. Bislang existiert ein kostenfreier Hotspot auf dem Platz am Sande zwischen Sparkasse und Wochenmarkt in Tostedt. Die Firma ORT leev Media GmbH betreibt den WLAN-Zugang gemeinsam mit der EWE.

Die Politik hat sich bereits im Planungs- und Umweltausschuss mit dem Ausbau des freien Netzes befasst, aber noch nicht zu einem Beschluss durchringen können. Dass die Bürger von einem freien WLAN profitieren, ist unstrittig. Doch wie die Hotspots zur Verfügung gestellt werden, ist noch unklar. Bislang sind zwei Wege denkbar: über den Verein Freifunk oder die Ort leev Media GmbH.

Freifunk verfolgt das Ziel, ein freies Netz für Jedermann anzubieten. Die Initiative will kostenloses WLAN schaffen, das unbegrenztes Surfen ohne die Angabe von Passwort und Adresse erlaubt. Der Landkreis fördert den Aufbau von Freifunk-Hotspots über drei Jahre mit jeweils 5000 Euro bis 2019. Vom Land bekommt die Initiative 200.000 Euro für 2017 und 2018.

Mit dem Geld finanziert Freifunk vor allem die Router, die den kostenlosen Zugang ins Netz ermöglichen. Bisher stehen solche etwa in Undeloh, Moisburg, Neu Wulmstorf und Buchholz. Freifunk funktioniert nach dem Nachbarschaftsprinzip. Damit sich das freie Netz etabliert, müssen Privatpersonen oder Geschäftstreibende bereit sein, die Router aufzustellen und das Netz mit anderen zu teilen. „Wir können nur anregen und die Hilfestellung geben“, sagte Gunnar Klauberg von Freifunk Neu Wulmstorf. „Andere müssen die Router aufstellen.“

Dass das noch nicht flächendeckend geschehen ist, liege an der Technik und auch an der fraglichen Rechtslage, so Klauberg. Denn es gibt keine Kontrolle darüber, welche Daten ausgetauscht werden. Das jedoch sehen einige Ratsmitglieder kritisch und die ORT leev Media, die den einzigen bisherigen öffentlichen Hotspot am Sande in Tostedt betreibt, ebenso. „Wir sind grundsätzlich daran interessiert, dass sich das öffentliche WLAN weiter verbreitet“, sagt Jürgen Salewsky, Geschäftsführer von ORT leev Media. „Aber wir sind anderer Meinung, was die Technik betrifft.“ ORT leev Media empfindet den gemeinsamen Betrieb mit der EWE als Vorteil, da die EWE mit Hilfe eines Filterprogramms den Zugriff auf etwa gewaltverherrlichende und pornografische Seiten verhindert.

„Ich denke, wir müssen dafür sorgen, dass der Missbrauch eingedämmt wird“, sagt Salewsky. Die ORT leev Media hat ihr Angebot vom vergangenen Jahr an die Samtgemeinde Tostedt erneuert. Sie erklärt sich bereit, für fünf WLAN-Hotspots das Sponsoring zu übernehmen, wenn die Samtgemeinde ihrerseits ebenso fünf WLAN-Hotspots finanziert. Samtgemeindebürgermeister Peter Dörsam reagiert darauf zurückhaltend. „Wir müssen mit unserem Geld haushalten und auch andere Möglichkeiten nutzen, die sich auftun“, sage er. „Freifunk kann da ein Baustein sein.“ Letztlich entscheidet die Politik, auf welche Art und Weise das freie Netz zur Verfügung gestellt wird. Voraussichtlich kommt das Thema heute im Verwaltungsausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung auf den Tisch.