Harburg
Theater Lüneburg

Klassiker und Überraschungen

„Der Kontrabass“ zählt zu den Stücken, die in der Saison 2017/18 wieder aufgeführt werden

„Der Kontrabass“ zählt zu den Stücken, die in der Saison 2017/18 wieder aufgeführt werden

Foto: Hans-Jürgen Wege / HA

Das Theater Lüneburg nimmt sich in der neuen Saison vieler Dramen, Jugendbücher, Opern und Filme an.

Lüneburg.  Fast 106.000 Zuschauer besuchten im vergangenen Jahr das Theater Lüneburg, „es war das erfolgreichste Jahr seit vielen, vielen Jahren!“ Intendant Hajo Fouquet zeigte sich hoch erfreut bei der Vorstellung des Programms für die Spielzeit 2017/18. „Wir sind eben kein Stadttheater, sondern ein Theater für die Stadt, die Region und darüber hinaus“, betonte Fouquet.

28 Premieren und sieben Wiederaufnahmen stehen zwischen August 2017 und Juni 2018 auf dem Programm, dessen Highlights die künstlerischen Leiter Presse und Gästen vorstellten. In der Sparte Musiktheater geht es los mit „Figaros Hochzeit“ auf Deutsch. Die Bühnenfassung des Billy-Wilder-Klassikers „Manche mögen’s heiß“ zeigt das Theater Lüneburg unter dem Titel „Sugar“ im November. Im Frühjahr folgt die Oper „Carmen“ in der französischen Originalfassung. „Im Programm steht ,Ein Kassenschlager’, aber das müssen Sie leisten“, wandte sich Fouquet ans Publikum.

Die leitende Dramaturgin Hilke Bultmann stellte das Schauspiel-Programm vor, beginnend mit „Medea“, eine klassische griechische Tragödie. Als Kontrast folgt die französische Komödie „Der Vorname“. „Das Stück birgt sehr viele Pointen“, erläuterte Bultmann. Es geht um die Frage, ob man heute sein Kind Adolf nennen darf.

Eine modernere Version des „Freischütz“ ist „The Black Rider“ mit der Musik von Tom Waits – „ein Märchen für Erwachsene“, beschrieb es Bultmann. Es folgt „Die Vermessung der Welt“, die Geschichte von Alexander von Humboldt und Carl Gauß, in der auch Goethe, Kant und andere Persönlichkeiten der Aufklärung vorkommen. Das Stück hat eine Romanvorlage, die in der Reihe „Theater trifft Museum“ an drei Abenden gelesen wird (vor der Premiere der Theaterfassung).

Schließlich gibt es „Der zerbrochene Krug“: „Ich freue mich sehr auf die Sprache von Kleist“, sagte Hilke Bultmann. Zumal der Dorfrichter Adam aus dem Werk große Ähnlichkeit mit heutigen Potentaten habe.

Auf der kleineren TNT-Bühne gibt es bitterböse Polit-Satire zu sehen – zum einen „Augusta“, die die Arbeitswelt von heute kritisiert, und „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“. „Hier versuchen drei Diktatoren-Gattinnen sich gegenseitig zu übertrumpfen, wessen Gatte der größte Diktator war“, erklärte Bultmann.

Ballett-Direktor Olaf Schmidt freut sich auf „Schneewittchen“, denn: „Mit dem Stück habe ich in der Ballettschule selbst debütiert, ich war der Prinz“, erzählte er. Er plane, in seine Aufführung die Kinder aus dem Publikum einzubeziehen. Einen weiteren Wunsch erfülle er sich selbst mit „Laura oder: Immer Ärger mit dem schwarzen Schwan“ – in diesem Stück erlaubt Schmidt einen Blick hinter die Kulissen einer Ballettinszenierung, und dabei geht naturgemäß erstmal einiges schief.

Auch Amadé ist eine Neuerzählung altbekannten Stoffs, ausgehend vom Film „Amadeus“. „Ich bewundere Mozarts Produktivität und möchte mich auf die Suche nach seinem Leben begeben“, sagte Schmidt. Schließlich folgt noch Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“, für das Schmidt Musik von Mendelssohn-Bartholdy, Britten und anderen zusammenstellt.

„Das Programm der Bühne T3 könnte man auch betiteln mit: Lauter Lieblingsbücher“, fuhr deren Leiterin Sabine Bahnsen fort. Denn es sind die Bühnenfassungen beliebter Kinder- und Jugendromane vorgesehen. Zum Beispiel „Tschick“, „eine Deutschlandreise von zwei Jugendlichen in Richtung Walachei“, oder „Rico, Oscar und die Tieferschatten“. „Ich habe mich königlich über das Buch amüsiert“, sagte Bahnsen. Heiter-nachdenklich ist „Nur ein Tag“, bei dem es um Freundschaft und die alte Weisheit „Carpe diem“ geht. Und es gibt „Eine Woche voller Samstage“.

Über die vielen Konzerte der Lüneburger Sinfoniker zu sprechen, würde den Zeitrahmen sprengen, sagte Musikdirektor Thomas Dorsch. Nur so viel: Es stehen wieder Meisterkonzerte an, von denen das erste das von den Musikern vorgeschlagene Thema „Französische Revolution“ habe. Die Reihe werde nun ausschließlich sonnabends gespielt. Um den Sinn für klassische Musik bei den Jugendlichen zu schärfen, seien Orchestercamps in Schulen geplant.

Im Projekt „In between“ werden alte Instrumente präsentiert und der Geschichte des Konzerts als musikalisches Format nachgegangen. „Wir würden uns freuen, mit diesem Programm auch die 110.000-Zuschauer-Marke zu knacken“, schloss Hajo Fouquet die Präsentation.

Der Kartenvorverkauf beginnt am 14. August, Abonnements können ab sofort gebucht werden unter Telefon 04131/42 10 0, unter www.theater-lueneburg.de und an der Theaterkasse sowie an den bekannten Vorverkaufstellen und www.eventim.de