Harburg
Buchholz

Strampeln für gutes Klima

Peter Eckhoff auf seinem Rennrad. Diesen Waldweg fährt er täglich

Peter Eckhoff auf seinem Rennrad. Diesen Waldweg fährt er täglich

Foto: Martina Berliner / HA

Auf Wunsch der Stadt organisiert der Buchholzer Peter Eckhoff in diesem Jahr das „Stadtradeln“ – ehrenamtlich.

Buchholz.  Für Peter Eckhoff ist ein Fahrrad viel mehr als ein Transportmittel. Und in die Pedalen zu treten bedeutet für den 48 Jahre alten Familienvater nicht nur Sport und Freizeitvergnügen. Die Nutzung des Drahtesels ist Teil seiner Lebensphilosophie.

Das Auto öfter stehen zu lassen und stattdessen aufs Rad zu steigen, habe in mehrfacher Weise positive Wirkung, sagt er. „Mit der Bewegung an frischer Luft tun wir etwas für unsere Gesundheit. Wir schonen unsere Umwelt, indem wir weder Abgase noch Lärm produzieren. Und wir helfen dabei, Staus zu vermeiden.“

Peter Eckhoff möchte möglichst viele Menschen für seine Sache begeistern. Deshalb organisiert er gemeinsam mit Gleichgesinnten von der Initiative „Buchholz fährt Rad“ dieses Jahr ehrenamtlich das „Stadtradeln“ für Buchholz. In der Nordheidestadt wird die Aktion vom 20. Mai bis 9. Juni stattfinden.

„Eigentlich wäre die Organisation Aufgabe der Stadtverwaltung, aber der zuständige Mitarbeiter nimmt gerade ein Sabbatjahr. Wir wurden gebeten, für ihn einzuspringen“, erklärt Peter Eckhoff. Im vergangenen Jahr erstrampelte sich der Bank- und Diplomkaufmann den Titel des „Buchholzer Stadtradelstars“.

Täglich fuhr Peter Eckhoff 32 Kilometer zur Arbeit

Während der Aktion legte er den Weg zur Arbeit auf der Rennmaschine zurück. Täglich fuhr er 32 Kilometer von seinem Haus in der Buchholzer „Märchensiedlung“ bis zum Hamburger Büro und wieder retour. Und stellte fest: Das ist durchaus machbar!

Beim „Stadtradeln“ erfahren die Teilnehmer buchstäblich, wie viele Alltagswege mit dem Fahrrad zu bewältigen sind. Denn die meisten Strecken, für die wir uns hinters Steuer setzen, sind kurz. „69 Prozent der Autofahrten der Buchholzer sind nur drei bis fünf Kilometer lang und führen durchs Stadtgebiet. Das sind Wege, die fürs Rad prädestiniert sind“, sagt Peter Eckhoff.

Ihm steht ein Firmenwagen zur Verfügung, aber der wird wenig bewegt. Eckhoff nutzt ihn weder für seinen Weg zur Arbeit - da setzt er auf die Kombination Rad plus Metronom - noch für den wöchentlichen Familieneinkauf. „Dafür habe ich mir einen Radanhänger angeschafft. Da passt alles rein.“ Wenn mehr Menschen so handelten, hätte Buchholz weit weniger Verkehrsprobleme, ist er überzeugt.

Je mehr Buchholzer mitmachen,desto deutlicher wirkt das Signal!

Im „Stadtradeln“ sieht er eine gute Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen. „Je mehr Buchholzer mitmachen, desto deutlicher wirkt das Signal! Den Entscheidern in Politik und Stadtverwaltung wird bewusst, wie viele Fahrradfahrer es gibt und wie viele Wege mit dem Rad in Buchholz bereits zurückgelegt werden“, sagt Peter Eckhoff, der selbst für die „Buchholzer Liste“ im Rat seiner Wahl-Heimatstadt sitzt. Eines seiner Hauptanliegen ist es, in der Verkehrspolitik den Fokus stärker als bisher auf die Radverkehrsförderung zu legen.

Denn Fahrradfreundlichkeit bedeute ein hohes Maß urbaner Lebensqualität, meint Eckhoff. Ein Vordenker dieser Idee ist Jan Gehl, ein inzwischen hochbetagter dänischer Architekt. „Eine Stadt ist lebenswert, wenn sie nicht im Tempo des Automobils, sondern in jenem der Fußgänger und Fahrradfahrer tickt“, hat der Stadtplaner bereits in den 1960er-Jahren postuliert. Gehl gilt als „Vater“ des fahrradfreundlichen Kopenhagen.

„Seine Schriften haben mich schon vor Jahren dazu gebracht, weitgehend aufs Auto zu verzichten“, sagt Peter Eckhoff. Während der Buchholzer Stadtradelwochen plant er eine Gruppenreise in die dänische Hauptstadt, um sich und andere vom Konzept inspirieren zu lassen. Damit Buchholz sich nach nordischem Vorbild zum Radfahrerparadies wandelt.

Fahrradkampagne

„Stadtradeln“ wird seit zehn Jahren durch das Klima-Bündnis angeboten und hat sich zu Deutschlands größter Fahrradkampagne entwickelt.


Im vergangenen Jahr beteiligten sich nahezu 500 Kommunen mit insgesamt rund 180.000 Radlern. Wie im Vorjahr wird auch Winsen wieder dabei sein – diesmal ab 18. August.

Die Buchholzer Aktion beginnt am Sonnabend, 20. Mai und endet am Freitag, 9. Juni. In diesem Zeitraum wird es ein Veranstaltungsprogramm geben, das auch einige geführte Radtouren beinhaltet.


Für die Beteiligung am Stadtradeln ist eine Registrierung unter www.stadtradeln.de erforderlich.


Wer sich nicht übers Internet anmelden möchte, kann sich per E-Mail an stadtradeln@buchholz-faehrt-rad.de oder unter der Mobiltelefonnummer 0172/975 50 81 bei Peter Eckhoff melden, der die Teilnahme dann auf anderem Wege ermöglicht.

Mitmachen dürfen alle Buchholzer Bürger, alle Mitglieder des Rates der Stadt Buchholz und der Ortsräte in Dibbersen, Holm-Seppensen, Sprötze, Steinbeck und Trelde sowie alle Auswärtigen, die in Buchholz arbeiten, zur Schule gehen oder einem Buchholzer Verein angehören.