Harburg
Tourismus in Hamburg

Harburger Stadtplaner sehen Bedarf für 17 neue Hotels

Das B&B-Hotel im Harburger Binnenhafen hat im Jahr 2014 eröffnet. das Zwei-Sterne-Hotel bietet 100 Zimmer.

Das B&B-Hotel im Harburger Binnenhafen hat im Jahr 2014 eröffnet. das Zwei-Sterne-Hotel bietet 100 Zimmer.

Foto: Thomas Sulzyc

Bezirk denkt nach, die Zimmerkapazität zu verdreifachen. Allein fünf Häuser in der Fünf-Sterne-Kategorie könnten entstehen.

Harburg. Würde der Plan in seiner Gesamtheit umgesetzt werden, käme er einer Revolution der Hotellandschaft in Hamburgs Süden gleich: Geht es nach den Stadtplanern im Bezirksamt Harburg, könnte die Anzahl der Hotelzimmer in Harburgs Zentrum und in Neugraben-Fischbek mittelfristig von derzeit 723 Zimmer auf etwa 2400 Zimmer steigen. Harburg habe Platz für zusätzliche 17 Hotels, zurzeit sind es 19. Das geht aus dem Entwurf des Hotelentwicklungsplans hervor, den Harburg als erster Hamburger Bezirk erarbeitet hat. Mit dem 31 Seiten starken Papier wird sich der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung Harburg am Dienstag, 18. April, befassen.

Fünf zusätzliche Fünf-Sterne-Hotels denkbar

Harburgs Stadtplaner halten insgesamt fünf zusätzliche Hotels in der Fünf-Sterne-Kategorie im Kerngebiet und im Harburger Binnenhafen für denkbar. Zurzeit ist die Hotelkategorie für höchste Ansprüche im Bezirk Harburg unterrepräsentiert: Einzig das Privathotel Lindtner in Heimfeld erfüllt diese Anforderung. Laut dem Hotelentwicklungsplan-Entwurf könnten die Fünf-Sterne Hotels in unmittelbarer Nähe zum S- und Fernbahnhof an der Neuen Seevestraße, am Neuländer Platz sowie im Harburger Binnenhafen am Kanalplatz und in der Blohmstraße entstehen. Zwei Fünf-Sterne-Hotels mit insgesamt 610 Betten sehen die Stadtplaner am Neuländer Platz auf Flächen, die zurzeit als Zentrale Erstaufnahme für Flüchtlinge genutzt werden.

In Neugraben-Fischbek halten die Stadtplaner die Ansiedlung von Hotels der Drei- bis Vier-Sterne-Kategorie für denkbar. Kurzfristig ließe sich in dem westlichen der beiden übrig geblieben Gebäude der ehemaligen Röttiger-Kaserne ein Hotel mit 83 Zimmern realisieren. Mittelfristig könnte in dem geplanten achtgeschossigen Neubau „Torbauten“ nahe des S-Bahnhofes Neugraben ein Hotel mit 137 Zimmern entstehen.

Geschäftsleute sollen angelockt werden

Obwohl am äußersten Stadtrand gelegen, beinhaltet der Hotelentwicklungsplan-Entwurf die Möglichkeit zu einem Neubau in dem geplanten Quartier Fischbeker Reethen. Wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet Fischbeker Heide und zum Alten Land sehen die Stadtplaner an dem Standort eine Unterkunft für Touristen.

Ansonsten gehen die Stadtplaner davon aus, dass es Geschäftsleute und Gäste der hiesigen Wirtschaftsunternehmen und der Technischen Universität Hamburg sind, die in den bis zu 17 zusätzlichen Hotels übernachten werden. „Nach Rücksprache mit der Hamburger Wirtschaftsförderung wird für den Bezirk Harburg eher ein Entwicklungsschwerpunkt im Bereich Business/Tagung und Business/Stadthotel gesehen“, heißt es in dem Entwurf des Hotelentwicklungsplans.

Schwerpunkt bisher in Zwei- und Drei-Sterne-Kategorie

Der Hotelmarkt in Harburg erfüllt in großen Teilen noch nicht die genannten Kategorien. Der Schwerpunkt liegt bisher in der Zwei-Sterne- und Drei-Sterne-Kategorie. Von den insgesamt 723 Hotelbetten im Bezirk Harburg, befinden sich 494 in der Innenstadt und im Kerngebiet, die übrigen 229 im Raum Süderelbe.

Den Bedarf für den starken Ausbau der Hotelkapazitäten im Bezirk Harburg sehen die Stadtplaner in dem ermittelten Bedarf für zusätzliche Hotels im gesamten Hamburger Stadtgebiet. Bis zu 100 Hotels brauche laut der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung die Freie und Hansestadt Hamburg bis zum Jahr 2025. Derzeit liegen im Bezirk Harburg lediglich fünf Prozent der in der gesamten Stadt vorhandenen Hotels. Ein Hotelbedarfsplan speziell für den Bezirk Harburg liegt bisher aber nicht vor.