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Investor Steffen Lücking mischt auch am Seevekamp mit

Steffen Lücking vor seinem Bauprojekt Am Radeland in Buchholz. Nun will er auch in Jesteburg investieren

Steffen Lücking vor seinem Bauprojekt Am Radeland in Buchholz. Nun will er auch in Jesteburg investieren

Foto: Bianca Wilkens / HA

In dem geplanten Jesteburger Wohngebiet will er 25 Einfamilienhäuser errichten – aber auch bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Jesteburg.  Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 5. April, ab 19 Uhr im Tagungsraum am Sandbarg 32 sorgte ein Grundstücksverkauf für Aufsehen. Will die Gemeinde auf dem Areal am Schierhorner Weg/Seevekamp (4,5 Hektar) Wohnungsbau realisieren, muss sie nun auch mit Investor Steffen Lücking verhandeln, der dort 25 Einfamilienhäuser plant.

„Ja, ich habe jenes Grundstück gekauft, das für die Erschließung des neuen Quartiers eine zentrale Bedeutung hat, weil dort auch eine Erschließungsstraße entstehen müsste“, bestätigte Lücking dem Abendblatt. Trotz eines Angebots seitens der Gemeindeverwaltung verkaufte der ehemalige Ortsbürgermeister Wilhelm Frommann (CDU) seinen Grundbesitz von 2,2 Hektar an Lücking. Am vergangenen Donnerstag war der Kaufpreis über 1,8 Millionen Euro beurkundet worden.

Es wäre nicht das erste Bauprojekt, das der umtriebige Investor aus Langenrehm in Jesteburg realisiert. Erst 2016 hat er eine Seniorenwohnanlage mit 19 Einheiten am Alten Sportplatz in Jesteburg errichtet. Nicht zum Zuge gekommen ist er mit seinem Entwurf eines neuen Gesundheitszentrums auf dem Clement-Areal im Ortskern.

„Was da gelaufen ist, war eine Riesensauerei“, sagt Lücking. Man habe seine Pläne an den Jesteburger Rivalen Axel Brauer durchgesteckt, davon ist er überzeugt. Der Architekt aus Jesteburg erhielt letztlich den Zuschlag. Von einem Gemeinderat, der nicht unvoreingenommen entschieden habe. „Doch nun muss sich die Gemeinde wieder mit mir auseinandersetzen“, so Lücking.

Flächennutzungsplanmuss geändert werden

Noch handelt es sich bei dem Schlüsselgrundstück um eine Ackerfläche. Der Pachtvertrag läuft demnächst aus. Dann wäre die Umwandlung im Bauland möglich. „Doch dafür müsste der Samtgemeinderat erstmal den Flächennutzungsplan ändern“, sagt die Vorsitzende des Jesteburger Bauausschusses, Britta Witte (CDU). Das entsprechende Verfahren ist im Juni vergangenen Jahres aber bereits eingeleitet worden.

„Ziel ist die Ausweisung einer Fläche für bezahlbaren Wohnraum“, sagt Samtgemeindebürgermeister Hans-Heinrich Höper. Sollten sich die Grundstücksbesitzer aber weigern, auch bezahlbaren Wohnraum in einer Größenordnung von 30 Prozent zu schaffen, könne die Änderung des Flächennutzungsplans womöglich scheitern.

Lücking würde das keine Angst machen: „Ich bin auf eine zeitnahe Entwicklung des Grundstücks am Schierhorner Weg nicht angewiesen – die Gemeinde aber schon.“ Der Druck, neuen Wohnraum zu erschließen, werde in den nächsten Jahren gewiss nicht kleiner.

„Die Gemeinde würde sich also selbst ins Knie schießen, wenn sie den Flächennutzungsplan nicht ändert, nur weil da Steffen Lücking mit am Verhandlungstisch sitzt“, so der Investor. Zumal er bereit wäre, sämtliche Vorgaben des Bebauungsplans umzusetzen – also auch bezahlbaren Wohnraum.

Unterdessen fordert FDP-Samtgemeinderat Frank Gerdes, Jesteburg müsse seinen dörflichen Charakter bewahren: „Baugebiete, wie das am Schierhorner Weg, bergen neue Verkehrsprobleme, von denen Jesteburg schon genug hat. Das lehnen viele Bürger ab.“