Harburg
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Offizieller Parkraum unter der Brücke ist dem Bezirk zu teuer

Inoffiziell, aber nicht verboten: Parken unter der Seehafenbrückenrampe

Inoffiziell, aber nicht verboten: Parken unter der Seehafenbrückenrampe

Foto: Lars Hansen / xl

Unter den Zufahrtsrampen zur Seehafenbrücke wird wild geparkt. Das Bezirksamt duldet das, will dort allerdings keine echten Parkplätze.

Harburg.  Wer werktags im Harburger Binnenhafen einen Parkplatz sucht, muss meist lange durch die Straßen kurven. Die wenigen Stellplätze auf den Seitenstreifen sind oft schon früh und dann lange belegt, die Parkhäuser größtenteils Dauermietern vorbehalten. Nicht jeder Arbeitgeber gönnt jedem seiner Arbeitnehmer einen Stellplatz und so ist der Parkdruck im Boomquartier hoch.

Das wiederum fördert die Findigkeit der Parker. Unter anderem haben sie den Raum unter den Auffahrten zur Seehafenbrücke für sich entdeckt. Ein Parkverbotsschild sucht man dort vergebens, ein Auto passt quer unter die Fahrbahn, unter dem Kreuzungsbereich der Brücke mit ihren Auffahrten ist sogar Platz für zwei Reihen und Raum zum Manövrieren. Nur waren sich die Nutzer stets unsicher: Dürfen sie ihr Auto einfach so dort abstellen, oder nicht?

Die CDU-Fraktion in der Harburger Bezirksversammlung hat deshalb einen Antrag gestellt: Der Bezirk sollte das Parken unter der Brücke offiziell legalisieren und ausschildern, denn der Binnenhafen-Bauboom würde immer neue Parkbedarfe schaffen. Der Antrag wurde bereits in der Hauptausschuss Mitte März angenommen.

Eine Stellungnahme des Bezirksamts zu dem Antrag liegt jetzt vor und ein Teil der Antwort wird Kenner der Lage erstaunen: Im Wesentlichen gibt es nach Einschätzung des Bezirksamts im Binnenhafen genügend Parkplätze. „Der für die jeweilige Nutzung, Gewerbe oder Wohnen, erforderliche Stellplatzbedarf ist auf den privaten Grundstücken zu realisieren.

Dies trifft auch für den Harburger Binnenhafen zu und deckt damit den insgesamt erforderlichen Bedarf für den ruhenden Verkehr“, heißt es in dem Verwaltungsschreiben, „darüber hinaus ist kein Bedarf für zusätzliche öffentliche Parkplätze erkennbar, die vorhandenen Besucherparkplätze reichen zur Deckung des Bedarfs aus.“

Genau dafür seien nämlich die Parkstreifen gedacht: Für Besucher derjenigen, die im Binnenhafen wohnen oder arbeiten und damit theoretisch eine Stellplatz haben sollten. CDU-Verkehrsexperte Reiner Bliefernicht teilt diese Einschätzung nicht: „Vielleicht gibt es im gesamten Binnenhafen genügend Stellplätze“, sagt er, „aber im Bereich Karnapp, Schloßstraße, Schellerdamm und Blohmstraße, um den es hier geht, bestimmt nicht.“

Immerhin will der Bezirk das Brückenparken weiter dulden: „Die Situation ist nicht störend, die Befestigung angemessen“, schreibt das Bezirksamt.

Als Parkplatz ausweisen möchte die Verwaltung den Brückenraum jedoch nicht: „Wenn mittels Anordnung der Straßenverkehrsbehörde ein offizieller Parkplatz unter der Rampe entstünde, müssten Umbauten erfolgen und aus dem Straßenbauprogramm finanziert werden. Diese Haushaltsmittel sind regelmäßig nicht auskömmlich.“