Harburg
Lebenswerte Stadt

„Mitten in Harburg“: Bürger gestalten ihren Stadtteil

Das Info-Mobil zum Projekt Integrierte Stadtentwicklung Harburger Innenstadt und Eißendorf-Ost (v.l): Daniel Boedecker (steg), Kirsten Ebert (urbanista) und Victor Efevberha (Werksstudent steg)

Das Info-Mobil zum Projekt Integrierte Stadtentwicklung Harburger Innenstadt und Eißendorf-Ost (v.l): Daniel Boedecker (steg), Kirsten Ebert (urbanista) und Victor Efevberha (Werksstudent steg)

Foto: Angelika Hillmer / HA

Initiatoren des Projekts „Mitten in Harburg“ wollen Innenstadt und Eißendorf-Ost gemeinsam mit den Bewohnern lebenswerter gestalten.

Harburg.  Die Harburger Innenstadt soll lebenswerter werden, und die Bewohner des Bezirks sind dazu aufgerufen, daran mitzuwirken. „Wir präsentieren Projektideen und lassen sie von den Harburgern bewerten. Und natürlich nehmen wir auch neue Vorschläge auf“, sagt Daniel Boedecker von der städtischen Entwicklungsgesellschaft steg Hamburg. Zusammen mit zwei Kollegen ist er am Dienstag mit einem Info-Mobil in Eißendorf unterwegs, um mit den Bewohnern des Stadtteils ins Gespräch zukommen.

Das Integrierte Entwicklungskonzept für die Harburger City und Eißendorf-Ost startete im Dezember und sammelt seitdem Wünsche und Forderungen an die Gestaltung des Gebietes. Die Stadt Hamburg fördert die bürgernahe Stadtplanung bis zum Jahr 2023. Nun versuchen die Projektmitarbeiter – neben der steg sind das Fachamt Sozialraummanagement des Bezirksamts und das Planungsbüro urbanista mit im Boot – möglichst viele Harburger zu motivieren, ihre Ideen und Kommentare, Wünsche und Kritik in den Prozess einzuspeisen.

Das bekannteste Projekt ist die Umgestaltung am Sand

Dazu tourt derzeit das Info-Mobil durch Harburg. Und am kommenden Sonnabend ist eine „Gläserne Werkstatt“ im Gloria-Tunnel geplant, in der die Gebietsentwickler und Mitarbeiter des Bezirksamts über geplante Maßnahmen mit den Passanten diskutieren möchten und Anregungen entgegen nehmen (Termine s. rechts).

Das bekannteste Projekt ist wohl die geplante Umgestaltung des Marktumfelds am Sand. An der Westseite des Marktplatzes (bekannt als „Bolero“-Fläche) sind ein Neubau mit Seniorenwohnungen sowie Einzelhandel und Gastronomie anvisiert. Breitere Gehwege sollen großzügigere Außenbereiche vor den Geschäften schaffen.

Wichtigstes Anliegen bleibt, mehr Wohnraum zu schaffen. Das Leitbild ist die „Stadt der kurzen Wege“, in der Wohnen, Arbeiten und Einkaufen näher zusammenrücken. Für Eißendorf-Ost kann das bedeuten, dass neben neuen Wohnungen auch kleine Gewerbe- oder Gastronomie-Betriebe Platz finden. Die Harburger City wiederum biete „aufgrund der dichten Bebauung viel Potenzial für lebendige Plätze und Straßen“, steht in einer Informationsschrift zum Projekt.

Stadtentwickler wollen Parks miteinander verbinden

Weiterhin wollen die Stadtentwickler vorhandene Parks und sonstige „Grünräume“ besser miteinander verbinden, Kunst im öffentlich Raum fördern (etwa mit der Aktion „Walls Can Dance“, die zehn Harburger Hauswände mit großen Bildern verziert) und auch beim Verkehr ansetzen. Hier fallen allseits bekannte Stichworte: Radverkehr und öffentlichen Nahverkehr stärken, Elektromobilität (durch ein Netz von Schnell-Ladestationen) fördern, das Zu-Fuß-Gehen attraktiver machen (mehr Raum für Fußgänger, barrierefreie Wege). Seit Freitag sammelt das Info-Mobil Stimmen zu den einzelnen Projektideen. Wer sich informieren lässt, bekommt rote Klebepunkte in die Hand gedrückt, mit denen die Projekte bepunktet werden. Viel Zustimmung ernten die Vorschläge, mehr Wohnraum für Über-60-Jährige zu schaffen, Radwege ausbauen und „Wohnen statt Leerstand“ im Harburg Center. Das Harburg Center ist jetzt an einen neuen Investor verkauft, Seniorenwohnungen sind in Planung, und der Ausbau der Radwege ist Thema Harburgs Politik.

„Nicht alle Vorschläge werden wir mit den bereitstehenden Fördermitteln umsetzen können“, sagt Boedecker. Aber viele Vorschläge haben gute Chancen, realisiert zu werden, verspricht der Gebietsentwickler.

Die Gläserne Werkstatt ist eine Ausstellung zum Mitmachen und sucht den Bürgerdialog zu den einzelnen Projekten. Auch neue Vorschläge sind willkommen am Sonnabend, 8. April, 11–16 Uhr im Gloria Tunnel zwischen Seeveplatz und Lüneburger Straße.

Das Info-Mobil fährt noch drei Standplätze an, um mit den Harburgern ins Gespräch zu kommen: Montag, 10. April, 12–17 Uhr an der Bremer Straße/Ecke Gottschalkring,
Donnerstag, 13. April, 12–19 Uhr auf dem Seeveplatz und
Donnerstag, 20. April, 15–17 Uhr auf dem Hirschfeldplatz.

Ein Stadtteilbüro soll später der zentrale Anlaufpunkt des Projekts werden. Es wird im Juni in der Harburger City eröffnet, als Standort wird derzeit der Gloria-Tunnel geprüft.

Im Internet ist das Projekt unter www.mitten-in-harburg.de zu finden.