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Langenbek

Auto blockiert Schulbus – kein Schwimmunterricht

Weil ein Auto den Schulbus blockierte, musste in Langenbek die Polizei anrücken

Weil ein Auto den Schulbus blockierte, musste in Langenbek die Polizei anrücken

Foto: Patrick Pleul / dpa

Kinder der Schule Scheeßeler Kehre blieben auf ihrer Fahrt nach Wilhelmsburg stecken. Halterin parkt Auto erst nach Polizeieinsatz um.

Langenbek.  In vielen Fällen ist Unterrichtsausfall für Kinder ja ein Anlass zur Freude. In diesem Fall ärgerten sich die vier Dutzend Viertklässler der Schule Scheeßeler Kehre aber tatsächlich: Ihre Schwimmstunde fiel aus, und das, obwohl die Lütten schon im Bus nach Wilhelmsburg zur Schwimmhalle Inselpark saßen. Der Bus blieb allerdings schon in Langenbek stecken. Ein parkender BMW blockierte den Weg. Dessen Fahrerin zeigte sich obendrein wenig geneigt, das Fahrzeug aus dem Weg zu bewegen.

„Wie es uns geschildert wurde, hatten in einer Nebenstraße, die der Bus zum Wenden benötigte, ein Anhänger und dieser PKW auf je einer Straßenseite geparkt“, sagt Helga Kehdenburg, Direktorin der Schule Scheeßeler Kehre. Die Parker hätten zwar versetzt gestanden, allerdings mit so wenig Abstand, dass der Bus dort nicht hindurch passte. „Und dann musste erst einmal der Halter des Wagens gefunden werden.“

Die Frau, der der BMW gehört, wurde zwar ausfindig gemacht, zeigte sich allerdings wenig einsichtig: „Die Begleiterin und der Busfahrer haben mit der Frau gesprochen“, sagt Elternvertreterin Claudia Winkler, deren Sohn mit im Bus saß, „aber je länger das Gespräch dauerte, desto sturer wurde die Dame.“

Schließlich rief der Busfahrer die Polizei. Ein Peterwagen rückte an. Die Beamten ordneten an, dass der BMW umgeparkt werden sollte. Das wollte die Frau allerdings immer noch nicht einsehen. Erst, als die Beamten drohten, das Auto abschleppen zu lassen, ließ die Frau jemand anders den Wagen umparken. „Der Bus konnte jetzt fahren, aber fürs Schwimmen war es zu spät“, sagt Claudia Winkler.

Zwei vierte Klassen der Schule Scheeßeler Kehre waren betroffen. Sie haben die Schwimmzeit von 9 bis 10 Uhr in Wilhelmsburg. Seit diese Halle eröffnet wurde, findet der Schwimmunterricht für die Langenbeker Schüler dort statt und nicht mehr im MidSommerland. Die Begründung: Im Spaßbad an der Außenmühle kann höchstens die Seepferdchenprüfung abgenommen werden. Für alle andern Prüfungen fehlt es sonst an Sprunghöhe und Tauchtiefe. In Wilhelmsburg hingegen gibt es ein richtiges Schwimmbad.

Vier Euro pro Schwimmtag zahlen die Eltern für Schwimmunterricht und Busfahrt. Zwei Ganztagsschul-Erzieherinnen begleiten die Klassen. „Die Kosten für den Ausfall werden wohl der Dame auferlegt“, sagt Claudia Winkler, „aber die Schwimmstunde lässt sich nicht nachholen!“

Die Kinder werden enttäuscht sein. Anderseits hatten sie: Streit, Blaulicht und Aufregung – die ganz große Show, Gesprächsstoff bis zu den Ferien.