Harburg
Helms-Museum

Abteilung Stadtgeschichte: Wer folgt auf Leonhard?

Die Leiterin der Harburger Stadtgeschichte, Melanie Leonhard, ist jetzt Sozialsenatorin

Die Leiterin der Harburger Stadtgeschichte, Melanie Leonhard, ist jetzt Sozialsenatorin

Foto: Thomas Sulzyc

Seitdem Melanie Leonhard zur Sozialsenatorin berufen wurde, ist die Stelle im Harburger Helms-Museum vakant.

Harburg.  Das Helms-Museum will die Leitung der Abteilung Stadtgeschichte neu besetzen. Seit Melanie Leonhard, die die Stelle zuletzt innehatte, zur Sozialsenatorin berufen wurde, ist ihre alte Position im Helms-Museum vakant. Wer derzeit Fragen zur Geschichte der Stadt Harburg hat, bekommt mit Glück einen Termin in der Museumsbibliothek und darf selbst recherchieren, mit Pech aber auch nur ein Schulterzucken.

Nach der Berufung Leonhards in den Senat hatte das Museum zunächst eine Interimslösung gefunden: Kay Suchowa, der die Grabungen an der Harburger Schloßstraße geleitet hatte, war über dieses Projekt auch Ansprechpartner für die Harburger Stadtgeschichte. Nun ist er als Grabungsleiter wieder nördlich der Elbe im Einsatz und fällt damit für die Harburger Geschichte aus.

„Wir sind jetzt dabei, die Stelle neu auszuschreiben“, sagt Thorsten Römer, kaufmännischer Geschäftsführer des Helms-Museums, „das heißt aber nicht, dass wir in einigen Wochen jemanden haben. Das Bewerbungsverfahren braucht seine Zeit, und weil wir professionelle und qualifizierte Bewerber suchen, ist es wahrscheinlich, dass diese derzeit noch irgendwo anders in Arbeit sind und Kündigungsfristen haben.“

Das Helms-Museum ist eigentlich nicht ein Museum, sondern zwei Museen: das archäologische Museum Hamburg und das Museum für die Geschichte Harburgs. Während das archäologische Museum eine große überregionale Strahlkraft entwickelt hat, ist die Geschichte Harburgs schon von sich aus nur von lokalem Interesse. Eine Dauerausstellung zu diesem Themenbereich hat es seit 2009 nicht mehr gegeben, als das Museum seine Dependance in der alten Feuerwache an der Hastedtstraße aufgab.

Dabei hockt das Helms-Museum auf einem Schatz von Quellen, von herzoglichen Handschriften bis zum HAN-Archiv, das nach der Einstellung der Tageszeitung Harburger Anzeigen und Nachrichten ans Museum überging.

Allein die Ausgrabung an der Schloßstraße ergab eine fünfstellige Zahl an Fundstücken, die Archäologen und Historiker einordnen müssen. An der Schloßstraße hat das Helms-Museum seit Anfang des Jahres Monitore aufgestellt, mit denen die Geschichte der Stadt interaktiv erfahrbar ist.

Außerdem soll im Kellergewölbe des Harburger Schlosses noch in diesem Jahr eine Außenstelle des Helms-Museums eröffnen und die stadtgeschichtliche Ausstellung beherbergen. „Wir planen dort ein zukunftsweisendes, interaktives Ausstellungskonzept“, sagt Thorsten Römer.

Schwerpunkt der stadthistorischen Ausstellung soll die Zeit Harburgs als Residenzstadt der Welfenherzöge von 1527 bis 1642 sein. Die letzten Stadthistoriker hatten sich eher auf die Zeit der industriellen Revolution konzentriert.

Bis ein neuer Leiter der Abteilung Stadtgeschichte seine Arbeit aufnehmen kann, kann es Römer zufolge bis Januar nächsten Jahres dauern. Bis dahin soll Sammlungsleiter Michael Merkel Ansprechpartner für Fragen der Harburger Historie sein.