Harburg

Neuer Baumarkt: Aus Max Bahr wird endlich „Mömax“

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Thomas Sulzyc

Foto: XXXL Unternehmensgruppe / BGZ

Seit drei Jahren steht der ehemalige Baumarkt in Harburg leer. Jetzt zieht ein österreichischer Möbelriese an die Buxtehuder Straße.

Harburg.  Seit drei Jahren steht das frühere Gelände der Hamburger Baumarktkette Max Bahr in Harburg leer. Jetzt soll wieder Leben in den insgesamt mehr als 18.000 Quadratmeter großen Gewerbestandort an der Buxtehuder Straße 62 einkehren: Voraussichtlich im Frühjahr 2018 wird dort die österreichische Möbelkette Mömax einen Möbelmarkt eröffnen. Das jedenfalls sagte der mit der Planung beauftragte Architekt Chris Gössling von dem Büro Pape Architekten aus Herford am Montagabend im Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung Harburg.

Es ist nicht das erste Mal, dass der neue Eigentümer die Eröffnung eines Mömax-Möbelmarktes auf dem früheren Max-Bahr-Gelände in Harburg in Aussicht gestellt hat. Eine detaillierte Planung bekamen Harburgs Stadtplanungspolitiker bereits am 6. Oktober 2014 vorgestellt. Bis heute blieb der Umbau des ehemaligen Baumarktes aus. Der Grund dafür habe in einem Wechsel des Architekturbüros gelegen, hieß es nun Stadtplanungsausschuss.

Jetzt aber wolle die österreichische XXXLutz Gruppe die Filiale ihrer Tochter Mömax in Harburg realisieren. Im Dezember habe das Unternehmen den Bauantrag gestellt. Das Bezirksamt Harburg forderte, die Planung nachzubessern. Diese Nachbesserungen seien am Montag bei der Verwaltung eingereicht worden, sagte Chris Gössling. Offenbar sind damit die letzten Bedenken aus dem Weg geräumt: „Wir können mit dem Entwurf leben“, sagte Harburgs Baudezernent Jörg Heinrich Penner auf Nachfrage von Rainer Bliefernicht (CDU). Architekt Chris Gössling rechnet mit neun Monaten Bauzeit. Ein 4000 Quadratmeter großes, zweigeschossiges Lager werde an das bestehende frühere Baumarkt-Gebäude angebaut. „Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Frühjahr eröffnen können“, sagte er.

Das sieht die Planung im Einzelnen vor: Mömax wird in dem früheren Baumarktgebäude etwa 6700 Quadratmeter Verkaufsfläche bieten. Ein Restaurant ist vorgesehen. In einem Neubau entsteht ein 4000 Quadratmeter großes Lager. Im Westen des Geländes gegenüber einer Baumallee wird die Gebäudefassade begrünt werden.

Nicht unumstritten ist die vorgesehene Fassadenfarbe: Mömax will das Gebäude in Anthrazit gestalten. „Das wirkt doch sehr trübe“, zeigte sich Kay Wolkau (Neue Liberale) skeptisch. Es sei Trend, dass Gebäude die Farbe Anthrazit erhalten, entgegnet Chris Gössling. In distinguiertem, dunklem Grau ist auch das besonders energiesparende Musterhaus des Massivhausherstellers Viebrock AG im Neubaugebiet Vogelkamp in Neugraben. So sieht die neue Alltagsarchitektur für den Mittelstand aus.

Anthrazit sei allemal besser als das Gelb von Max Bahr. Es sei das Wesen von Möbelhäusern, dass sie technisch inszeniert würden, fügte der Architekt noch hinzu. Die Alternative zur Fassadengestaltung hätte wohl noch mehr Widerspruch geerntet: Mömax präsentiert sich an vielen Standorten mit knallgrünen Gebäuden. „Das wollen wir hier nicht“, sagte Harburgs Baudezernent. Der Slogan der Möbelkette lautet übrigens: „Sieht doch gleich besser aus!“

Nicht mehr zur Sprache kam im Stadtplanungsausschuss, ob das Möbelhaus sogenannte Randsortimente wie Kerzen oder Geschirr verkaufen werde. Im Oktober 2014 hatten Bezirkspolitiker noch Bedenken geäußert, dass sich solche Angebote negativ auf den Einzelhandel in der Harburger Innenstadt auswirken könnten.

Mömax verfolgt ein Konzept, das dem schwedischen Konkurrenten Ikea ähnelt. Es richtet sich an jüngere, preisbewusste Käufer, die sich zum ersten Mal eine Einrichtung für ihre Wohnung zusammenstellen. Eine Besonderheit sind Ausstellungen in den Möbelhäusern, die Kompletteinrichtungen für Wohnungen mit 35, 50 und 70 Quadratmetern zeigen. In Hamburg hat bisher noch kein Mömax-Markt eröffnet.

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