Harburg
Heimfeld

Aus Holz und doch nicht hölzern

Jan de Weryha arbeitet seit vielen Jahren mit Holz, auch kleinteilig

Jan de Weryha arbeitet seit vielen Jahren mit Holz, auch kleinteilig

Foto: Hit Technologiepark / HA

Der Künstler Jan de Weryha stellt unter dem Titel „Geschnitten, gebrochen, gespalten“ seine Arbeiten im Hit-Technopark aus.

Heimfeld.  „Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder“. Dieser Satz von Theodor Heuss, dem ersten Bundespräsidenten, gibt einen Hinweis auf die vielfältigen Möglichkeiten des Materials Holz. Jan de Weryha, 1950 in Danzig geboren und seit 1981 in Hamburg zuhause, widmet sich diesem Material mit Hingabe und einem Verständnis, das die Natur und das Wesen des Materials herausarbeitet und in den Mittelpunkt stellt.

Inspiriert von Künstlerkollegen des Minimalismus, gehört er zweifellos zu den herausragenden Vertretern der ZERO-Bewegung, die in den 1950er-Jahren ihren Ursprung hat und „neuen Idealismus“ zum Ziel hatte. Durch seinen Umgang mit Pappel, Fichte, Eiche, Weide und Co. hat Jan de Weryha eine Eigenständigkeit entwickelt, die einzigartig und unverwechselbar ist.

Ihn interessiert bei der Auseinandersetzung mit dem Material Holz zunächst die Frage, wie wirkt sich der Eingriff des Künstlers in das Material Holz aus, beziehungsweise wie wird dessen Identität bewahrt? Für Jan de Weryha fühlt sich die Arbeit mit dem Material Holz so an, als würde er in einen Wald hineintreten und in die Welt der Bäume hineinatmen und sie erforschen. Beispielhaft für dieses Hin-eindenken ist ein großformatiges Objekt aus Rindenstücken, die filigran zusammengesetzt ein ganzes Universum abbilden und so die natürliche Unendlichkeit sichtbar machen.

Daneben verweisen vor allem die Objekte aus Fichte auf die vielfältigen Möglichkeiten der künstlerischen Konstruktion, die den Betrachter in ein Kaleidoskop von Holzwelten blicken lässt. Die natürliche Ausstrahlung des Holzes wird durch Lichteinfall und Oberflächenbeschaffenheit weiter gesteigert, so dass die künstlerische Absicht erkennbar wird und quasi eine neue Sprache entsteht. Gleichzeitig werden formale Gesichtspunkte in einem Ordnungsrahmen reduziert und gebändigt.

Die Holzobjekte von Jan de Weryha beinhalten, wie er selbst sagt, „einen hieroglyphischen Text der Natur“, den der Künstler durch seinen sensiblen, respektvollen und ökologischen Umgang mit dem Material Holz entziffert.

Die Ausstellung ist bis zum 3. März, Mo-Fr., 8.30 – 16.30 Uhr im hit-Technopark, Tempowerkring 6, 21079 Hamburg zu sehen.