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Winsen will für Wohnmobil-Touristen attraktiv werden

Kulturausschuss der Kreisstadt will für das Projekt 80.000 Euro in den Haushalt 2017 einstellen lassen, lässt aber den Standort noch offen

Winsen. In der Kreisstadt soll ein Wohnmobilstellplatz entstehen. Das hat der Kulturausschuss der Stadt am Donnerstagabend mit einer Enthaltung beschlossen. Für das Projekt sollen im Haushalt 2017 insgesamt 80.000 Euro bereitgestellt werden. Allerdings gibt es noch keine Entscheidung über den Standort. Darüber soll in der nächsten Sitzung des Ausschusses am 28. März diskutiert und entschieden werden.

Zwei Plätze sind in der engeren Wahl. Dabei handelt es sich zum einen um den Vorschlag der Verwaltung, den Bürgermeister André Wiese und Matthias Wiegleb, der Leiter der Stabsstelle Kultur, Tourismus und Partnerschaften vorstellten. Nach ihrer Auffassung sollen sechs Stellplätze an der Eppens Allee entstehen. „Der Bereich bietet eine schöne Lage, die Sehenswürdigkeiten und die Innenstadt sind nicht weit, es können Radwege genutzt werden und die Tourismus-Information ist ebenfalls leicht zu finden“, sagte Wiegleb. Der Bereich soll als Parkplatz mit Sondernutzung ausgeschrieben werden, wobei sich die Nutzung auf die Möglichkeit zum übernachten beschränkt. Die Ver-und Entsorgung soll geregelt werden aber keine sanitären Anlagen entstehen.

Die zumeist älteren Menschen mit ihren mobilen Heimen gelten auch in Winsen als besonders erwünschte Touristen. „Sie bringen zusätzlich Geld in die Stadt“, sagte Wiegleb. Nach einer Studie der Bundes-Wirtschaftsministeriums geben sie pro Kopf täglich 40 Euro aus. Bundesweit sind 300.000 Wohnmobile zugelassen, europaweit sollen es mehr als eine Million sein.

Als zweiter Platz in Winsen kam am Donnerstag mit einem Antrag der SPD auch der Eckermann-Park ins Spiel. Zuvor hatte Wilfried Rieck (Winsener Liste), der mit der CDU zusammenarbeitet, ein neues Konzept für die Neugestaltung des Parks vorgeschlagen (Abendblatt berichtete). In diese Diskussion will nun die SPD die Planung für die Wohnmobilplätze einbeziehen. Sabine Lehmbeck (SPD) hält die Eppens Allee schon deshalb für problematisch, weil die Parkplätze dort stark genutzt würden. Mit den Wohnmobilstellplätzen würde zudem der Eckermann-Park belebt. Rieck verwies auf die Wohnungen in der Eppens Allee. Die Pläne der Verwaltung könnten Anwohner dort nicht gutheißen. Den Antrag der SPD hielt er daher für interessant. „Es ist vernünftig, wenn über den Eckermann-Park gesprochen wird, auch über die Stellplätze zu beraten.“

Klar ist: Wenn Winsen sich als attraktiver Standort für Wohnmobilisten etablieren will, muss man wohl Besseres anbieten als die Plätze auf der Bleiche. „Die Rückmeldungen von den Nutzern sind verheerend“, sagte der Bürgermeister. So gibt es dort beispielsweise keine Möglichkeiten zur Entsorgung. Die Fahrer müssen zum Klärwerk fahren. Das ist aber an Wochenenden geschlossen. „Es gibt schönere Ecken in Winsen als auf der Bleiche zu stehen“, sagte Wiese.

Für die Eppens Allee spricht nach Auffassung des Bürgermeisters, dass das Grundstück der Stadt gehört und es daher rasch hergerichtet werden kann. Beim Eckermann-Park dagegen sind die Zufahrten eng, die Ver- und Entsorgung ist nicht überall gegeben und die „soziale Kontrolle“ wäre nicht vorhanden. „Die Touristen stehen allein in einem großen Park.“ Dies alles jedoch könne sich durch die Neugestaltung des Parks ändern, räumte Wiese ein.

So kam es zu den Entscheidung Geld einzustellen, ohne sich beim Standort festzulegen. Der Bürgermeister hatte zuvor die Ausschussmitglieder beruhigt: „Wir bekommen mit den Wohnmobilisten keine Verhältnisse wie in Wacken. Die werden nicht eine wilde Party nach der anderen feiern.“