Harburg
Rönneburg

Pläne für Folgeunterkunft liegen vor

 Staatsrat Jan Pörksen will die Unterkunft nicht speziell Flüchtlingen vorbehalten

Staatsrat Jan Pörksen will die Unterkunft nicht speziell Flüchtlingen vorbehalten

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Laut Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) sollen am Rönneburger Stieg 260 Flüchtlinge und Wohnungslose unterkommen.

Rönneburg.  Seit Mittwoch liegen erste Pläne zur vorgesehenen Flüchtlingsunterkunft am Rönneburger Stieg auf dem Tisch: Den Fraktionen der Bezirksversammlung ist ein Anhörungsschreiben der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) zugegangen, in dem die Behörde ihre Vorstellungen für die 260 Menschen beherbergende Unterkunft vorstellt. Gemäß Bezirksverwaltungsgesetz haben die einzelnen Fraktionen der Bezirksversammlung nun einen Monat Zeit, Stellung zu nehmen.

Die Unterkunft soll östlich des Neubaugebietes „Auf den Bengen“ auf einem Grünlandgrundstück entstehen, das in etwa an der Kreuzung Rönneburger Stieg/Rönneburger Freiheit/Rotbergfeld liegt.

Die Zufahrt soll über den kurzen nach Süden abknickenden Abschnitt der Rönneburger Freiheit hergestellt werden und entlang der bestehenden Baumgruppe zu einem rechteckigen Gelände führen, das sich von der Straße Rönneburger Stieg aus zurückversetzt entlang der Baumgruppe am Neubaugebiet Auf den Bengen in Nord-Süd-Richtung erstreckt.

Elf zweigeschossige Modulhäuser sollen auf dem Grundstück entstehen: eines mit Verwaltungs- und Gemeinschaftsräumen sowie zehn Wohnhäuser. In jedem Wohnhaus werden sich vier Wohnungen mit drei oder vier Zimmern befinden. Pro Haus sollen 26 Menschen Unterkunft finden.

Auch für Wohnungsloseist Platz vorgesehen

Träger der Unterkunft ist der Landesbetrieb fördern und wohnen. Die Unterkunft ist nicht speziell Flüchtlingen vorbehalten, auch anderen Wohnungslosen wird dort ein Platz angeboten werden. Das Gros der Wohnungslosen in Hamburg stellen allerdings die Flüchtlinge. Mehr als 9000 warten derzeit in den Erstaufnahmen darauf, dass es für sie weitergeht, schreibt Staatsrat Jan Pörksen im Anhörungstext.

Davon sollten mehr als 6000 eigentlich schon lange einen Platz in einer Folgeunterkunft gefunden haben, nur gibt es bislang zu wenig Folgeunterkünfte. Ursprünglich hatte sich die BASFI gewünscht, über 400 Menschen am Rönneburger Stieg unterbringen zu können.

Der Bürgervertrag Marmstorf-Sinstorf begrenzte die Zahl allerdings auf 300. Für eine weitere Reduzierung sorgten die landschaftlichen Begebenheiten: Aus Naturschutzgründen darf lediglich knapp die Hälfte des 15.500 Quadratmeter großen Grundstücks bebaut werden.

Das Grundstück am Rönneburger Stieg war im Bürgervertrag Marmstorf-Sinstorf von den Bürgern als Alternative zu einem Flurstück am Leuchtkäferweg in Sinstorf ins Spiel gebracht worden.

Anwohner des Rönneburger Stiegs waren an der Diskussion allerdings nicht beteiligt. Einige von ihnen haben bereits eine Initiative gegründet, die sich gegen den Bau der Unterkunft einsetzt.