Harburg
Winsen/Bleckede

Deich der Elbmarsch jetzt höher und sicherer

Deichhauptmann Hartmut Burmester (2. von links) und Geschäftsführer Norbert Thiemann (2. von rechts) vom Artlenburger Deichverband begutachten gemeinsam mit Vertretern des Landes, der ausführenden Baufirma und weiteren Projektteilnehmern den reparierten Deich in Barförde

Deichhauptmann Hartmut Burmester (2. von links) und Geschäftsführer Norbert Thiemann (2. von rechts) vom Artlenburger Deichverband begutachten gemeinsam mit Vertretern des Landes, der ausführenden Baufirma und weiteren Projektteilnehmern den reparierten Deich in Barförde

Foto: vbm / HA

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit sind die Hochwasserschäden zwischen Artlenburg und Bleckede beseitigt. Kosten: rund vier Millionen Euro.

Winsen/Bleckede.  Mitglieder und Offizielle des Artlenburger Deichverbands (ADV), zuständig von Winsen bis Bleckede, des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und der Baufirma Jeschke aus Wittmund haben in den vergangenen Tagen den Elbdeich zwischen Artlenburg und Alt Wendischthun abgenommen.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurden dort die Schäden des Hochwassers vom Juni 2013 beseitigt. Rund vier Millionen Euro hat die Sanierung gekostet.

Die Deiche wurden bei dieser Gelegenheit baulich verändert und verstärkt. So hat die Baufirma aus Ostfriesland beispielsweise die tiefen Fahrspuren auf der Deichkrone beseitigt, die Einsatzfahrzeuge bei dem Kampf gegen das Hochwasser vor fast vier Jahren hinterlassen hatten.

„Der Einsatz von schwerem Gerät und Fahrzeugen oben auf dem Deich ist künftig nicht mehr möglich, weil die dafür nötige Breite nicht mehr gegeben ist“, sagt Deichhauptmann Hartmut Burmester. Daher wurden stattdessen die Deichverteidigungswege an einigen Stellen verbreitert und Überfahrten saniert, mit Beton verstärkt, stabil genug für schweres Gerät.

Hintergrund ist, dass mit der Beseitigung der Furchen gleichzeitig auch Fehlhöhen an den Deichen ausgeglichen wurden. Das konnte statisch aber nur gelingen, indem die Deichkronen schmaler wurden. Alleine der nur sieben Kilometer lange Abschnitt zwischen Bleckede und Radegast macht die Dimension der Sanierung deutlich.

Dort verbaute die Firma aus Wittmund 12.000 Kubikmeter Klei, 7000 Kubikmeter Beton, 6000 Kubikmeter zerkleinerte Ackersteine als Verstärkung für die Deichverteidigungswege und 4500 Kubikmeter Sand.

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen: Bei der Sanierung ist nicht alles umgesetzt worden, was der Deichverband gefordert hat. Der hatte laut Verbandsvorsteher Burmester Schäden in Höhe von 7,5 Millionen Euro aufgelistet: „Doch die zuständige Bewilligungsstelle des Landes hat von uns als wichtig bewertete Vorhaben gestrichen.“

So gab es kein Geld für sieben weitere Deichauffahrten für die Deichverteidigung zwischen dem Bleckeder Schloss und Artlenburg, die der ADV im Gegensatz für unerlässlich hält. „Auch konnten wir nur den Deichverteidigungsplatz in Wendewisch herrichten.

Die Sanierung der Plätze in Radegast und Sassendorf sowie ein Neubau in Artlenburg wären für die dezentrale Deichverteidigung ebenso wichtig gewesen, wurden aber nicht genehmigt“, bedauert Burmester. Gleiches trifft auf einen zusätzlichen Deichverteidigungsweg in Barförde und einige kleinere Stellplätze als Zwischenlager und Umschlagplatz für Sandsäcke zu. „Das alles dient der Prävention, der Vermeidung von Schäden an den Deichen während der Hochwasserbekämpfung“, sagt er.

Mit der Bauabnahme ist die Schadensbeseitigung zwar erledigt, doch zwei Vorhaben hat der ADV im Nachgang noch vor sich. „Im Frühjahr werden wieder Bänke auf die Deiche gestellt. Über die Standorte sind wir uns mit den betroffenen Kommunen bis auf eine Gemeinde einig geworden“, so der Verbandsvorsteher.

Und auch muss alle 100 Meter der Deich neu eingemessen und die Vermessungsergebnisse müssen in die Kartenunterlagen eingearbeitet werden. Doch auch für diese wichtige Arbeit fehlt dem Deichverband im Moment noch das Geld.