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Notärzte üben Großlage mit vielen Verletzten

Simuliert wurden ein Unfall auf der A 39 und ein Flugzeugabsturz im Landkreis Lüneburg

Lüneburg. – Die Leitenden Notärzte des Klinikums Lüneburg haben gemeinsam mit Behördenvertretern und Polizeikräften einen Großeinsatz mit zahlreichen Verletzten simuliert. Dabei ging es darum, eine große Zahl von Verletzten vom Zeitpunkt der Ersthilfe und Weiterbehandlung bis zum Transport in Krankenhaus zu bewältigen.

Im konkreten Fall hatte ein Team um Prof. Dr. Stefan Oppermann, Institut für Notfallmedizin Hamburg, eine ganztägige Simulationsübung vorbereitet. Insgesamt 18 Teilnehmer der Leitenden Notarztgruppe und der Organisatorischen Leitung von DRK und ASB trafen sich in der Technischen Zentrale der Feuerwehr Scharnebeck. Es wurden ein Flugzeugabsturz und ein Massenunfall auf der A 39 simuliert, bei denen jeweils 60 Verletzte zu versorgen waren. Entscheidende Aufgabe war es, die „richtigen Patienten zur richtigen Zeit in die richtigen Krankenhäuser zu bringen“. Das heißt, die Patienten aus verschiedenen Einsatzabschnitten mussten richtig eingeschätzt, behandelt und transportiert werden.

Neben Einsatzkleidung, Helmpflicht und Kommunikation per Funk gab es für die Notärzte zusätzliche Stressfaktoren wie Einsatzlärm, Blaulicht, Anfragen durch andere Beteiligte und künstlichen Nebel. Eingebettet in diese „Trockenübung“ galt es außerdem zwölf realitätsnah Geschminkte schnell und richtig einzuschätzen.

Die Leitende Notarztgruppe bewältigte diese Aufgabe mit Erfolg, wie es auch ihr Chef, Prof. Dr. Christian Frenkel, zusammenfasste. „Seit der Novellierung des Niedersächsischen Rettungsdienstgesetzes im November 2014 ist der Landkreis mit seinen Rettern für die Bewältigung eines Großschadens bis zur Schwelle der Katastrophe zuständig. Neben Feuerwehr, THW und weiteren Beteiligten kommt dem Rettungsdienst dabei eine entscheidende Rolle zu. Auch wenn unser Landkreis bisher von erheblichen Großschadensfällen verschont geblieben ist, ist es umso wichtiger, dass die Leitenden Notärzte und die Organisationsleitung für dieses seltene Ereignis gut vorbereitet sind“, sagte er.

Die Notarztgruppe wurde 2001 ins Leben gerufen. Über den Dienstplan ist geregelt, dass an jedem Tag des Jahres einer dieser erfahrenen Notärzte des Klinikums zuständig ist.