Harburg
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Klinikpersonal sammelt 60.000 Flaschendeckel

Asklepios-Mitarbeiter unterstützen die Aktion „Deckel gegen Polio“. Auch Besucher können jetzt Plastik spenden

Harburg. Seit rund einem Jahr läuft die Hilfsaktion „Deckel drauf“ im Asklepios Klinikum Harburg. Knapp 60.000 Flaschendeckel wurden auf den Stationen gesammelt: Für mehr als 120 Kinder konnte mit dem Erlös aus dem Verkauf der hochwertigen Plastikteile eine lebensrettende Impfung gegen Polio finanziert werden. Der Verein „Deckel gegen Polio e.V.“ unterstützt die weltweite Kampagne „End Polio Now“: Jedes Kind soll die Möglichkeit einer Impfung gegen die unheilbare Krankheit erhalten. Polio, eine durch Viren hervorgerufene Infektionskrankheit, führt im Verlauf zu Lähmungserscheinungen, in schlimmen Fällen bis zum Tod durch Atemlähmung. Galt die Krankheit lange Zeit als ausgerottet, kommt es seit einiger Zeit wieder zu Neuerkrankungen – weil Impfungen in Ländern wie Pakistan, Afghanistan und Nigeria fehlen. Ein Zustand, den die Harburger Ärztin Dr. Britta Goldmann, aktiv bekämpft. „Ich finde die Sammelleidenschaft unserer Mitarbeiter großartig und unterstütze das Projekt aus vollem Herzen. Wir haben im Wartebereich der Kardiologie eine offizielle Sammelröhre aufgestellt, an der man gleich sehen kann, wie viele Impfdosen schon zusammengesammelt wurden. Da sammeln nun auch unsere Patienten und Besucher“, freut sich die Chefin der Kardiologie am Asklepios Klinikum. Geweckt wurde die Sammelleidenschaft der Mitarbeiter am Asklepios Klinikum Harburg von Meike Heins. Als die Pflege-Abteilungsleiterin von der Aktion erfuhr hat sie bei der Geschäftsführung des Krankenhauses angefragt, ob die Deckel von Wasserflaschen und Co. gesammelt werden könnten. „Das Direktorium hat schnell entschieden, dass wir uns als Krankenhaus daran beteiligen. Alle Mitarbeiter können mit einem kleinen alltäglichen Plastikteil Leben retten, einfacher geht Spenden wirklich nicht“, sagt Heins. Notaufnahme, Kardiologie und Intensivstation sammeln seitdem wertvolles Plastik. Mittlerweile stehen drei offizielle Behälter im Krankenhaus: Im Wartebereich der Notaufnahme, im Wartebereich des Herzkatheterlabors und im Bereich der Campus Suite. Hier können auch Nachbarn und weitere Sammler ihre Deckel einwerfen. Denn, auch ohne Deckel gibt es bei Mehrwegflaschen den vollen Pfandbetrag an den Rückgabestellen zurück. Von den offiziellen Abgabestellen werden die Deckel zu einem Verwertungsunternehmen transportiert und eingeschmolzen. Der gesamte Erlös des hochwertigen Plastiks wird dann vom Verwertungsunternehmen an den Verein Rotary Gemeindienst Deutschland e.V. überwiesen und geht von dort an Organisationen in den Bestimmungsländern, die Impfungen ausgeben. 500 Kunststoffdeckel decken alle Kosten einer Schluckimpfung gegen Polio. Hochwertige Plastikdeckel finden sich etwa bei Ein- und Mehrwegflaschen, Zahnpastatuben, Shampoo-Flaschen, aber auch die Verpackung von Überraschungseiern hilft gegen Polio. „Einfach den Deckel in die Tonne werfen und Leben retten“, sagt Dr. Goldmann.

Weitere Informationen: http://deckel-gegen-polio.de/