Harburg
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TUHH bekommt neuen Präsidenten

Dieter Jahn von der Technischen Uni Braunschweig löst Garabed Antranikian ab

Harburg. Der Akademische Senat der Technischen Universität Hamburg (TUHH) hat einen neuen Präsidenten gewählt: Prof. Dieter Jahn von der Technischen Universität Braunschweig wird zum 1. April 2017 dem jetzigen Präsidenten Prof. Garabed Antranikian nachfolgen. Der heute 65-jährige Antranikian hatte im April 2011 seine sechsjährige Präsidentschaft angetreten.

„Mit Professor Jahn haben wir erstmals einen externen Präsidenten gewonnen, der dazu noch herausragender Forscher und Hochschulmanager mit internationaler Erfahrung ist. Er kann die TUHH zu einer führenden europäischen Universität entwickeln und ihre Bedeutung für den Standort Hamburg sichtbar stärken“, sagt Walter Conrads, Vorsitzender des Hochschulrates der TU. Eine Aufgabe des Rates besteht darin, die Wahl oder Abwahl eines Präsidenten zu bestätigen.

Dieter Jahn ist Biochemiker und Mikrobiologe. Seine Doktorarbeit schrieb er im Bereich der Tumorforschung. Der 57-Jährige ist derzeit Vizepräsident der TU Braunschweig und leitete zuvor das dortige Institut für Mikrobiologie. Er engagierte sich viele Jahre als Fachbeirat in der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der größten deutschen Institution zur Forschungsförderung. Dort war Jahn unter anderem Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Vom Gen zum Produkt“.

Jahn arbeitete auch als Berater des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und als Gutachter verschiedener EU-Programme. Er ist Sprecher des Braunschweiger Zentrums für Systembiologie – eines Forschungszentrums der TU Braunschweig – und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung. Weiterhin war er Präsident der deutschen Mikrobiologenvereinigung.

Als Vizepräsident in Braunschweig sammelte Jahn Erfahrungen im Hochschulmanagement. Dort entwickelte er Strategien zur Forschung und zur internationalen Zusammenarbeit. Er initiierte und unterstützte Verbundforschung, also Projekte, in denen mehrere Hochschulen und/oder andere Forschungsinstitutionen zusammenarbeiten. Auch der Hochschulsport und die Etablierung neuer Forschungszentren an der TU Braunschweig lagen ihm am Herzen.

Jahn löst Garabed Antranikian ab, ebenfalls eine internationale Größe in der Mikrobiologie. Sein Fachgebiet ist die Biotechnologie. Er forschte, bevor er sein Präsidentenamt antrat, mit sogenannten Extremophilen: mit Bakterien, die an unwirtlichen Orten, etwa an extrem heißen, sauren oder salzigen Standorten, überleben können. Es gilt herauszufinden, welche dieser Mikroorganismen in biotechnologischen Prozessen eingesetzt werden können. Das Thema wird ihm wohl auch in Zukunft nicht loslassen – sein Umfeld rechnet damit, dass er im nun folgenden Ruhestand nebenbei weiter forschen wird.