Harburg
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Starpianist spielt wieder in der Heimat

Der Harburger Pianist Alexander Krichel spielt am 12. Februar ein Benefizkonzert für die Hospizarbeit im Hamburger Süden

Der Harburger Pianist Alexander Krichel spielt am 12. Februar ein Benefizkonzert für die Hospizarbeit im Hamburger Süden

Foto: Uwe Arens/Sony Classical

Im Februar gibt das Harburger Ausnahmetalent Alexander Krichel ein Konzert zugunsten der Hospizarbeit im Hamburger Süden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Alexander Krichel noch mal in Harburg ein großes Konzert spielt, tendierte zuletzt gegen Null. Nach seinem kometenhaften Aufstieg samt Exklusiv-Vertrag mit Sony Classical ist der 27 Jahre alte Starpianist inzwischen in den großen Konzerthäuser dieser Welt zu Hause. 2017 kommt es aber nun doch zum Revival an alter Wirkungsstätte: Am 12. Februar kehrt der in Marmstorf aufgewachsene Musiker zurück in den Großen Saal des Helms-Museums.

„Als ich den Anruf von Alexander Anfang Dezember erhielt, war ich sehr überrascht“, sagte Dietmar Streitberg, Altpräsident des Rotary-Clubs Hamburg-Harburg, dem Abendblatt: „In den vergangenen Jahren waren unsere Benefizkonzerte mit ihm zugunsten des Hospizvereins Hamburger Süden und des DRK-Hospizes in Langenbek stets ein großer Erfolg. Dass es nun ein weiteres geben wird, ist einfach großartig – und zugleich eine ganz große Geste von ihm.“

Mitte Januar dieses Jahres hatte der Rotary-Club 10.000 Euro an die beiden Einrichtungen übergeben können, den Erlös des Konzerts vom November 2015. 2011 war Krichel erstmals der Einladung des Rotary-Clubs gefolgt. Seitdem hatte er sich immer wieder engagiert. „Weil ich weiß, wie wertvoll und wichtig die Arbeit ist, die im Hospizverein und im Hospiz des Deutschen Roten Kreuzes geleistet wird“, so Krichel.

In den vergangenen Monaten war es für den inzwischen in London lebenden Künstler aber immer schwieriger geworden, Zeit für seine „Herzensangelegenheit“ zu finden. In diesem Jahr gastierte der globetrottende Pianist unter anderem zweimal in Japan und ist vor ein paar Tagen erst von einem dreiwöchigen Aufenthalt in den USA mit den Stationen San Francisco und New York City zurückgekehrt.

Im Sommer hat das begnadete Tastentalent am Royal College of Music in London, das neben dem Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau und der Juilliard School in New York zu den drei renommiertesten Klavierschulen der Welt zählt, sein Artist Diploma mit dem höchstmöglichen Prädikat vollendet.

Im Herbst hat er dann in Leverkusen seine neue CD „Miroirs“ eingespielt. Sie umfasst mit „Tombeau de Couperin“, „Miroirs“ und „Gaspard de la Nuit“ die drei großen Klavierzyklen von Maurice Ravel. Bekannt geworden ist der junge Musiker vor allem durch seinen „Bolero“. 2017 jährt sich der Tod des französischen Impressionisten zum 80. Mal.

„Miroirs“ ist bereits das vierte Album, das Krichel für Sony Classical produziert hat. Für seine musikalische Exzellenz spricht auch, dass sein Debüt im Kleinen Saal der Elbphilharmonie (540 Plätze) am 5. Mai nach nicht einmal vier Wochen und noch vor deren Eröffnung ausverkauft war. „Dass ihm das als Erstem in der hochkarätig besetzten Konzertreihe ,Pianomania‘ gelungen ist, ist ein nicht zu unterschätzendes Statement“, sagt sein Hamburger Agent Hasko Witte.

Und es bedeutet für alle Hamburger Krichel-Fans, die kein Ticket für seinen „Elphi“-Auftritt ergattern konnten, zudem einen Glücksfall. Denn üblicherweise finden sich in den Verträgen mit Konzertveranstaltern und -ausrichtern weitreichende Sperrklauseln.

Wegen des sogenannten „Gebietsschutzes“ bedürfen weitere Auftritte im Umfeld, das teilweise mit einem Radius von bis zu 200 Kilometern definiert wird, und in zeitlicher Nähe (bis zu sechs Monate) einer ausdrücklichen Genehmigung. „Die hat die Elbphilharmonie aber gewährt, nachdem ihr Krichel-Konzert so schnell ausverkauft war“, berichtet Witte.

„Nachdem mich viele Anrufe und Mails von traurigen Fans erreicht hatten, war der Plan für das nächste Benefizkonzert in Harburg schnell gefasst“, so Alexander Krichel. Zumal am 3. Februar auch noch sein neues Album erscheine, das er im Helms-Museum gleich als Showcase präsentieren könne. „So fügt sich am 12. Februar alles bestens zusammen. Vor allem natürlich, weil es durch das Konzert wieder möglich sein wird, in der anspruchsvollen Hospizarbeit auch 2017 wieder viel Gutes zu bewirken.“

Tickets für dieses Konzert-Highlight sind sicher auch ein guter Tipp für alle, die noch auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk sind. Denn allzu oft dürfte es kaum noch die Gelegenheit geben, den Marmstorfer Piano-Virtuosen beim Heimspiel in Harburg zu erleben. Dafür ist er weltweit zu sehr umworben.

Alexander Krichel spielt Ravel, Benefizkonzert am Sonntag, 12. Februar 2017, ab 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) im Großen Saal des Helms-Museums, Museumsplatz 2. Eintritt: 20 Euro, ermäßigt 10. Freie Platzwahl. Vorverkauf: Ticketshop im Phoenix-Center, Telefon: 040/76 75 86 86.