Gewerbegebiet Luhdorf

Perfekt: Amazon kommt nach Winsen!

Die blauen Hallen im Luhdorfer Gewerbegebiet von oben gesehen: Die Immobilien mietet Amazon vom Immobilienentwickler IDI Gazeley

Die blauen Hallen im Luhdorfer Gewerbegebiet von oben gesehen: Die Immobilien mietet Amazon vom Immobilienentwickler IDI Gazeley

Foto: Luftbild Crew/Amazon

Der US-Online-Händler nimmt Ende 2017 sein bundesweit nördlichstes Logistikzentrum in Winsen in Betrieb und schafft 1000 neue Jobs.

Winsen/Luxemburg.  Jetzt ist es perfekt. Der Online-Versandhandelsriese Amazon wird Ende 2017 ein neues Logistikzentrum im Gewerbegebiet Luhdorf an der Autobahn 39 eröffnen. Bereits im ersten Jahr sollen auf einer Fläche von 64.000 Quadratmetern 1000 unbefristete Arbeitsplätze entstehen. Das bestätigte ein Amazon-Sprecher am Montag dem Abendblatt.

„Mit den ersten Einstellungen haben wir bereits begonnen“, sagte er. Als neue Positionen werden Logistik-Manager und Ingenieure, Personal- und IT-Experten sowie auch Logistik-Kräfte gesucht. Amazon will im ersten Jahr für den Ausbau des europäischen Logistiknetzwerks in Winsen 90 Millionen Euro investieren. Dazu rechnet der Konzern mit zusätzlichen Investitionen von 110 Millionen Euro von Geschäftspartnern.

Der Standort wird damit zum bundesweit nördlichsten Zentrum und zum ersten Logistikzentrum des Versandhändlers in Niedersachsen. „Dieses Logistikzentrum liegt uns besonders am Herzen. Der Standort in Norddeutschland unterstützt uns dabei, die Leistung des europäischen Liefernetzwerks zu verbessern und Kunden noch zuverlässiger zu beliefern“, sagt Roy Perticucci, der Chef des Europäischen Logistiknetzwerks.

"In Winsen entstehen gute Jobs"

„Für mittelständische Händler aus der Region ergeben sich neue Chancen, in ganz Europa Kunden zu erreichen. In Winsen entstehen gute Jobs mit wettbewerbsfähigen Löhnen vom ersten Tag an,“ verspricht der Manager.

So sollen die Löhne in den Logistikzentren am oberen Ende der branchenüblichen Bezahlung liegen. Derzeit würden an allen neun deutschen Standorten mindestens 10,30 Euro brutto pro Stunde gezahlt, so Amazon.

Zusätzlich bietet das Unternehmen leistungsbezogene Prämien, eine Sonderzahlung zu Weihnachten, Mitarbeiter-Aktienbeteiligungen, kostenlose Versicherungen, einen Pensionsfonds und Personalrabatte. „Mit diesen Extras verdient ein Mitarbeiter nach zwei Jahren durchschnittlich 2483 Euro brutto im Monat“, teilte Amazon weiter mit.

Die Kantinen der Logistikzentren würden bezuschusst. Viele dieser Leistungen, wie etwa die Beteiligung mit Aktien seien in einem gewöhnlichen Tarifvertrag nicht enthalten. „Wir werden in Winsen Gewerbesteuer zahlen und über die Mieten auch die Grundsteuer“, sagte der Amazon-Sprecher dem Abendblatt.

Die Hallen im Gewerbegebiet hatte der Immobilienentwickler IDI Gazeley gebaut. Sie sollten zunächst eher an Mittelständler und Handwerker vermietet werden. Gazeley-Deutschland-Chef Ingo Steves hatten für diesen Fall mit 300 neuen Arbeitsplätzen am Standort gerechnet. Nun werden es zunächst mehr als drei Mal so viele. Amazon geht davon aus, dass sich die Belegschaft innerhalb von einigen Jahren auf 2000 Mitarbeiter vergrößert haben wird.

Neben Winsen will das US-Unternehmen im kommenden Jahr neue Zentren in Dortmund und Frankenthal (Rheinland-Pfalz) eröffnen und baut zudem in Werne (Nordrhein-Westfalen) aus. Damit steigt die Zahl der bundesweiten Zentren von neun auf zwölf. Zuletzt hatte Amazon im Jahr 2013 ein Lager in Brieselang bei Berlin eröffnet.

„Mit Amazon kommt ein Global Player nach Winsen, der erheblich investiert, eine stattliche Zahl von Arbeitsplätzen schafft und darüber hinaus für die Stadt zusätzliche Kaufkraft, positive Wirtschaftsimpulse und einen Imagegewinn bringt. Deshalb freue ich mich über die bevorstehende Ansiedlung“, sagt Winsens Bürgermeister An­dré Wiese. „Da der Gewerbestandort Winsen mit seinen Vorteilen überzeugen konnte, insbesondere auch mit der guten Anbindung an die Autobahn, will und wird sich Amazon diese Vorteile zunutze machen.“

Schon jetzt hat die Kreisstadt jedoch von der geplanten Ansiedlung profitiert. Denn für die Parkplätze der Beschäftigten hat die Stadt bereits mehr als 12.000 Quadratmeter an den Vermieter Gazeley verkauft und damit rund 700.000 Euro für die Grundstücke im Gewerbegebiet eingenommen. Die Kommunalpolitiker hatten zudem einer um 2,50 Meter höheren und einer stärkeren Nutzung der Flächen für die Hallen zugestimmt. Für die Versiegelung soll ein Ausgleichsbetrag fließen.

Ohnehin plant die Stadtverwaltung das Luhdorfer Gewerbegebiet künftig besser an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden. Die neue Entwicklung wird jetzt einbezogen. Schon nach der politischen Beschluss Ende August war Bürgermeister André Wiese sicher: Amazon werde sich als „Gewinn für den Gewerbe- und Wirtschaftsstandort Winsen“ erweisen.