Harburg
Vogelgrippe

Wildparks im Norden sperren Wasservögel ein

Wegen der grassierenden Vogelgrippe muss das Wassergeflügel in der Kunsthandwerkerhalle überdauern, Geschäftsführer Arne Vaubel

Wegen der grassierenden Vogelgrippe muss das Wassergeflügel in der Kunsthandwerkerhalle überdauern, Geschäftsführer Arne Vaubel

Foto: Angelika Hillmer / HA

Die Parks Schwarze Berge und Lüneburger Heide reagieren auf die Vogelgrippe. Schön seien die Maßnahmen für die Tiere aber nicht.

Rosengarten/Nindorf.  Die grassierende Vogelgrippe hat Auswirkungen auf die Wildparks Schwarze Berge und Lüneburger Heide. Enten und Gänse, Störche und Kraniche dürfen nicht mehr an Teichen oder überhaupt im Freien in den Parks herumlaufen, sondern überdauern die Grippewelle in Gebäuden. Wie wichtig diese Maßnahme ist, zeigte sich am Freitag im Tierpark Ueckermünde am Stettiner Haff. Er musste geschlossen werden, nachdem bei einem toten Emu-Weibchen der hochansteckende Erreger H5N8 festgestellt worden war.

„Unsere am Teich lebenden Vögel, also Enten, Gänse, Störche und Schwäne, sind jetzt in der Kunsthandwer­kerhalle“, sagte Arne Vaupel, Geschäftsführer des Wildparks Schwarze Berge. Ein Bereich der unbeheizbaren Halle werde in der kalten Jahreszeit planmäßig als Winterasyl für die Wasservögel vorgehalten, so Vaubel. „Wenn der Teich zugefroren ist und auch in Frostperioden holen wir die Vögel ohnehin in die Halle.“ Wer mag, kann sich dort ins Stroh oder unter eine Infrarot-Lampe kuscheln.

"Sie haben nur ein kleines Badebecken"

Die Vögel monatelang in der Halle zu lassen, sei jedoch nicht so schön, sagt der Wildpark-Chef: „Hier haben sie nur ein kleines Badebecken und keinen großen Teich. Es muss regelmäßig gereinigt werden. Der deutlich engere Kontakt zu Menschen stresst die Vögel.“ Fast stressfrei für die Bewohner sind dagegen die Maßnahmen an den Volieren von Eulen und Rabenvögeln: Deren Behausungen sind lediglich mit Planen überdacht worden, damit kein Vogelkot hinein fällt. Und die Sittiche des Wildparks leben eh in einer Voliere in der Kunsthandwerkerhalle. Im Winter sind die Verkaufsstände leer, und die Vögel quittieren auftauchende menschliche Stimmen mit munteren Rufen und Gezwitscher.

Der Wildpark bietet weiterhin eine Flug-Show mit Greifvögeln an, täglich um 14 Uhr. Anders der Wildpark Lüneburger Heide in Nindorf: Die Shows mit Falken, Bussarden, Adler und Eule machen seit Ende Oktober Winterpause. „Die Vögel brauchen auch einmal Ruhe“, sagt Falkner Lothar Askani. „Derzeit sind sie in der Mauser. Im Frühjahr sind sie wieder fit. Und dann ist auch die Vogelgrippe vorbei.“

Auch in Nindorf musste das Wassergeflügel seinen Teich verlassen. Der stolze Pfau sowie Störche und Kraniche sind ebenfalls in Boxen untergebracht, die der Wildpark zum separieren von Tieren vorhält. „Das ganze Geflügel ist eingesperrt“, bedauert Wildpark-Pädagogin Monika Tischbierik. Auch die geflügelten Bewohner des Hühnerhofes kommen aus ihrem Schaustall nicht mehr heraus. Immerhin können die Besucher die Hühnerschar durch ein Fenster beobachten – die Wasservögel sind hinter den Kulissen untergebracht.

Gleich zu Beginn des neuen Ausbruchs mit dem gefährlichen H5N8-Erreger vor rund zwei Wochen begann der Wildpark damit, sein Geflügel zu inhaftieren, sofern es nicht ohnehin in Volieren lebt. Auch die Nandus haben nun vier Wände um sich herum. Die großen südamerikanischen Laufvögel leben sonst nur im Außengehege.