Harburg
HR-Regional

Die Fronten in Seevetal werden härter

Man kann es getrost als Omen deuten. Als die Hittfelder Politiker nach der geheimen Wahl des Ortsbürgermeisters die Wahlurne öffnen wollten, um die Stimmen auszuzählen, war niemand in der Lage, die Box zu öffnen. Hektisch griffen die Verwaltungsmitarbeiter zum Telefon, um eine Lösung zu finden. Es vergingen mehrere Minuten, bis sich herausstellte, dass der Deckel nicht aufgeklappt, sondern einfach zur Seite geschoben werden muss. Irgendwie war der Wurm drin in dieser Wahl.

Dieses Gefühl dürfte viele im Hittfelder Rathaus beschlichen haben. Die Gemeinde Seevetal und ihre Gemeindeteile sind zumindest in den vergangenen Jahren für ihr gutes Miteinander auf politischer Ebene bekannt gewesen. Fast immer suchte man den Konsens und war bestrebt, alle bei einer Entscheidung mitzunehmen. Hat die jetzige Wahl das Ende der harmonischen Ära eingeläutet?

Es gibt durchaus Anzeichen dafür. Die verhältnismäßig scharfen Aussagen zum Seniorenheim im Baugebiet am Göhlenbach waren der beste Beweis. Die Hittfelder CDU ist nun sozusagen in der Opposition und muss nicht mehr auf einen Kooperationspartner – in der Vergangenheit war das die SPD, mit deren Stimmen Fraederich vor fünf Jahren zum Ortsbürgermeister gewählt wurde – Rücksicht nehmen. Die Fronten im Ortsrat dürften härter werden.

Für die politische Kultur muss das kein Nachteil sein, solange weiter sachlich argumentiert wird. Ungewohnt ist es jedoch schon. Vor allem der neue Ortsbürgermeister wird hier gefordert sein, ein wachsames Auge auf „seinen“ Ortsrat zu haben.