Harburg
Winsen

Luhe-Gymnasium repräsentiert Niedersachsen in Indien

Die Teilnehmer des internationalen Workshops der UNESCO befassten sich mit der Zukunft des Planeten

Die Teilnehmer des internationalen Workshops der UNESCO befassten sich mit der Zukunft des Planeten

Foto: Luhe-Gymnasium / HA

Johanna Timm und ihre Lehrerin Miriam Gausche waren beim internationalen Workshop der UNESCO im indischen Kollam dabei.

Winsen.  Johanna Timm und ihre Lehrerin Miriam Gausche vom Luhe-Gymnasium in Winsen-Roydorf haben im indischen Kollam das Land Niedersachsen beim Startup-Workshop der UNESCO-Projekt­schulen vertreten. Schulleiter Michael Hagedorn: „Wir sind sehr stolz auf diese Belohnung für unser Engagement. Nach dem Tsunami im Jahr 2004 entstand eine helfende Partnerschaft mit einer indischen Schule, vermittelt und unterstützt durch die Deutsch-Indische Gesellschaft in Winsen. Für diese Partnerschaft und unsere UNESCO-Arbeit ist diese Indienreise ein mächtiger Anschub.“

Fünf Tage lang haben sich 28 deutsche und indische Teilnehmer angeregt ausgetauscht. Johanna Timm ist Schülerin des Luhe-Gym­nasiums im 11. Jahrgang und engagiert sich seit Langem in der UNESCO-AG ihrer Schule. In Indien stellte sie nun das Projekt „Pfandfla­schen für Wasser in Kenia“ vor: Seit mehreren Jahren werden im Luhe-Gymnasium Pfandflaschen gesammelt. Dadurch entstehen Spenden, die eine Wasserzisterne in einem kenianischen Ort finan­zieren. Damit kann die Wasserversorgung dort sichergestellt werden.

Zentrales Thema der Workshops in Kollam waren die Grenzen und Möglichkeiten der Nach­haltigkeit. Wie kann die Menschheit als „Global Citizen“ die Erde bewohnen, wenn kein wirtschaftliches Wachstum mehr möglich ist? Einige Experten sagten diesen Zustand einer „Degrowth Society“ ungefähr für das Jahr 2030 voraus. „Bei dieser Frage wurden die unterschiedlichen Perspektiven besonders deutlich. „Lehrer und Schüler, indische und deutsche Teilnehmer hatten völlig verschiedene Sichtweisen“, sagt Miriam Gausche.

Auch unterschiedlichen Wohlstand lernten die Teilnehmer unmittelbar kennen. Einerseits versucht die gemeinnützige Organisation Mitraniketan im Ort Trivandrum der ärmeren Bevölkerung eine Zu­kunftsperspektive zu bieten. Das Programm reicht von der Betreuung der Kindergartenkinder über die Schulbildung bis hin zur Erwachsenenbildung: Jung und Alt benötigen neue Perspektiven.

Andererseits konnten die Workshop-Teilnehmer die wohlhabende Trivandrum Inter­national School besuchen: Dort werden Schüler aller Altersstufen nach internationalem Standard auf das gesellschaft­liche Leben nach der Schulzeit vorbereitet. Der Besuch beider Schulen demonstrierte den Teilnehmern des Workshops die ganze Breite des indischen Schulsystems.

Am Luhe-Gymnasium ist die Reise noch nicht abschließend ausgewertet. Aber dass Johanna Timm und ihre Lehrerin ausgerechnet in der Provinz Kerala unterwegs waren, in der auch die bisherige Partnerschule liegt, ist für das Gymnasium ein glücklicher Zufall, der Chancen für die Partnerschaft bietet.