Harburg
Meckelfelds Helbachhaus

Neuer Pächter will durchstarten

Konstantinus Papanastasiou führt jetzt das Restaurant Poseidon im Meckelfelder Helbachhaus

Konstantinus Papanastasiou führt jetzt das Restaurant Poseidon im Meckelfelder Helbachhaus

Foto: Christiane Tauer / HA

Gemeinde Seevetal als Eigentümer hat den Vertrag mit dem alten Mieter nicht verlängert. Geboten werden wie gewohnt griechische Spezialitäten.

Meckelfeld.  Neue Küche, neue Deko, neuer Pächter – die Gastronomie im Meckelfelder Helbach-Haus startet neu durch. Konstantinus Papanastasiou will gemeinsam mit seiner Frau Marija Georgieva frischen Wind in den Ort bringen. Am 1. November hat er das Restaurant „Poseidon“ eröffnet, nachdem der Pachtvertrag des vorigen Betreibers Joannis Kourkoutidis Ende Juli ausgelaufen war. Kourkoutidis hatte sich zwar um eine Verlängerung des Vertrags beworben, den Zuschlag von der Gemeinde Seevetal als Eigentümerin des Helbach-Hauses aber letztlich nicht erhalten.

Stattdessen darf nun Papanastasiou seine Gäste mit frisch zubereiteten griechischen Gerichten bewirten und den Saal nebenan an Hochzeits- oder Geburtstagsgesellschaften vermieten. „Ich hatte in der Zeitung gelesen, dass die Gemeinde einen neuen Pächter sucht“, erzählt der 49-Jährige. Griechische Gastronomie sollte es sein, denn auch der vorige Pächter war Grieche.

Papanastasiou, der zwar in Stuttgart geboren wurde, aber dessen Familie von der Insel Korfu stammt, und seine Ehefrau Marija mussten nicht lange überlegen. Für sie war Meckelfeld genau der richtige Standort, betreiben sie doch bereits seit drei Jahren im 30 Minuten entfernten Ferienzentrum Heidenau das Restaurant „Akropolis Athene“. Da dort im Winter weniger los ist, waren sie auf der Suche nach einem weiteren Standbein – und stießen auf Meckelfeld.

Mit einigen Mitbewerbern stellten sie sich dem „Arbeitskreis Helbach-Haus“ vor, den die Gemeinde gegründet hatte, um einen neuen Pächter zu finden. Zuvor hatte die Politik entschieden, das Restaurant weiterzuführen und nicht wie etwa im Fleester Hoff auf einen festen Betreiber zu verzichten. In Fleestedt können Gäste, die die Räume für Feierlichkeiten buchen, zwar eine festinstallierte Küche nutzen, dürfen aber ansonsten ihren eigenen Caterer mitbringen.

Für fünf Jahre erhielt Papanastasiou am Ende den Zuschlag, danach muss er mit der Gemeinde neu verhandeln, ob die Pacht verlängert wird. Neben dem Restaurant kann er über den angeschlossenen Großen Saal verfügen, beim Kleinen Saal hat die Gemeinde ein Erstzugriffsrecht, um dort beispielsweise Ortsratssitzungen zu veranstalten. Auch jeder Bürger kann sich für eine Buchung direkt an die Gemeinde wenden.

Papanastasiou hofft nun, dass sein Restaurant nach der kurzen Schließzeit wegen Renovierung wieder die alten Stammgäste anzieht und noch viele neue hinzugewinnt. Dafür wagt er gleich das Experiment, wochentags von 11.30 bis 14.30 Uhr einen Mittagstisch anzubieten. „In den ersten Tagen haben das noch wenige Gäste genutzt, aber bis sich etwas Neues durchsetzt, braucht man Geduld“, sagt er.

Die bringt er auf jeden Fall mit, denn der Grieche ist ein echter Profi, der seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat. In Athen absolvierte er eine Ausbildung zum Hotel-Restaurant-Manager, machte Praktika in Oslo und Paris und hatte schon als Kind immer wieder im Restaurant seiner Familie auf Korfu ausgeholfen. „Das ist seit 50 Jahren in unserem Besitz und liegt direkt am Meer“, schwärmt er.

Auch in Meckelfeld bekommen er und seine Frau, mit der er den Betrieb abwechselnd führen will, familiäre Unterstützung. Cousine, Nichte, Onkel, Schwester, sie alle packen für einige Stunden mit an. „Die Gerichte machen wir komplett selbst, auch die Saucen“, sagt Papanastasiou. Es gibt viele Pfannengerichte mit Scampis, Lamm oder Schwein, kalte und warme Vorspeisen sowie natürlich die absoluten Griechen-Klassiker Souflaki, Gyros, Bifteki, Calamares oder Moussaka.

Im neuen Jahr, wenn der Betrieb richtig angelaufen ist, will Papanastasiou ein- oder zweimal im Monat Live-Bands in seinem Lokal auftreten lassen. Die Stilrichtungen reichen von Schlager über Pop bis hin zu Rock.

Vor den Feiertagen will er ebenfalls Feste im „Poseidon“ veranstalten, zu denen jeder herzlich eingeladen ist. Was das Verhältnis zu den Nachbarn angeht, verspricht er, strengstens auf die Dezibel-Begrenzungen zu achten. „In Heidenau haben wir auch immer viele Live-Bands, aber in drei Jahren nie Probleme wegen Lärm gehabt“, sagt er.