Harburg
Wistedt

Baulücken sind längst ausgeschöpft

Ausschuss entscheidetüber umstrittenes Neubaugebiet in Wistedt

Wistedt. Die Gemeinde Wistedt möchte ein Neubaugebiet zwischen Höhnkamp und der Straße „Im Ahler“ ausweisen. Das gesamte Gebiet umfasst zwischen vier und fünf Hektar. Auf rund 40 Grundstücken soll Wohnbebauung zugelassen werden. Das heißt, die 1700 Einwohner starke Gemeinde würde nach ersten Berechnungen auf einen Schlag 100 Neubürger bekommen. Außerdem sind auf dem Areal unter anderem ein Gemeindebüro und mehr Raum für die Feuerwehr geplant. Mit dem Bauvorhaben befasst sich der Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 22. November, 18 Uhr, im Sitzungsraum, Schützenstraße 26 a, in Tostedt.

Es ist eine spannende Diskussion zu erwarten. Denn das Neubauprojekt gilt als umstritten. Gerhard Netzel, Bürgermeister der benachbarten Gemeinde Tostedt, ist der Meinung, dass Wistedt mit dem vier bis fünf Hektar großen Bauland die Grenzen ihres Wachstums überschreitet. Netzel verweist in dem Zusammenhang auf das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) 2025. Danach sollen sich Außendörfer wie Wistedt nur zurückhaltend weiter entwickeln. Lediglich der Wohnbedarf der Wistedter soll befriedigt werden.

Das RROP erlaubt in kleinen Ortschaften bis 2025 ein Flächenzuwachs von bis zu fünf Prozent. Doch die Größe des geplanten Neubaugebiets in Wistedt übersteigt mit 5,8 Prozent diese Zahl. Zieht die Gemeinde aber die Teilpläne anderer Ortschaften in Dohren, Heidenau, Kakenstorf, Königsmoor und Welle hinzu, sind es lediglich ein Prozent Zuwachs. Es ist also eine Frage der Betrachtungsweise. Welche Zahlen werden zugrunde gelegt und welche nicht?

Für die Wistedter Politiker ist der Fall klar. Sie wollen Bauland ausweisen, um jungen Familien aus ihrem Ort ein Zuhause bieten zu können, da Baulücken so gut wie ausgeschöpft sind. Auch die Verwaltung der Samtgemeinde Tostedt sieht keinen Grund, das Neubaugebiet nicht zuzulassen. Das überproportionale Wachstum sei auch damit zu begründen, dass Wistedt – anders als andere Mitgliedsgemeinden – über einen Kindergarten und eine Grundschule verfüge, so die Samtgemeindeverwaltung. Jetzt kommt es also auf die Entscheidung der Politik an. Das Votum in der Samtgemeinde ist wichtig, da nur mit ihrer Zustimmung eine Änderung des Flächennutzungsplans zulässig ist.