Harburg
Wilhelmsburg

Mit Moos viel los

Thomas Waibel schafft in Einmachgläsern und Bonbongläsern Miniaturlandschaften für das Wohnzimmer

Thomas Waibel schafft in Einmachgläsern und Bonbongläsern Miniaturlandschaften für das Wohnzimmer

Foto: Thomas Sulzyc

Thomas Waibel zeigt seine Miniaturlandschaften bei dem Markt „Mit Liebe gemacht“ in Wilhelmsburg.

Wilhelmsburg.  Mehr als 400 Millionen Jahre existieren Moospflanzen auf unserem Planeten. Trotz ihres biblischen Alters sind sie bei den Menschen nur gering geschätzt. Respektlos zupfen Gartenbesitzer die grünen Landpflanzen aus dem Rasen oder kratzen sie von den Terrassenplatten.

Der Grafikdesigner Thomas Waibel indes schenkt den Überlebenskünstlern einen guten Ruf. In Einmachgläsern oder stylischen Apothekerflaschen schafft er mit Moos Miniatur-Landschaften für das Wohnzimmer. Die „Kleinen Welten“ sind jetzt bei dem Markt „Mit Liebe gemacht“ in Wilhelmsburg zu sehen.

Mit Hilfe winziger Figuren erschafft der Weltenarchitekt eine Landschaft: Wenn er die für den Eisenmodellbau produzierten Plastikmenschen in dem Moos platziert, ändert sich für den Betrachter der Maßstab: Ein handflächengroßer Moosteppich erscheint wie ein Wald. Ein Kieselstein wie ein Felsen.

In den Inszenierungen wirken die Menschen meist entspannt wie im Urlaub. „Wie ein konservierter Sonntagsausflug“, sagt Thomas Waibel. Das liegt daran, dass er die Miniaturlandschaften als erholsamen Ausgleich zu seinem Beruf als Kommunikationsdesigner schafft. Bei dem Hobby ist ein Sturm im Glas unerwünscht. Die Miniaturlandschaften entstehen in einem Atelier in Wilhelmsburg.

Die Kleinen Welten seien ideal für Pflanzenmuffel, sagt Thomas Waibel. Einen grünen Daumen braucht niemand. Einmal im Monat ein paar Spritzer Wasser reichen aus zur Pflege. Deshalb ist mit Moos viel los. Die Pflanzen bezieht der Weltenbauer von einem Waldbesitzer. Frisch geerntet, erreicht ihn das Moos im Paket.

Das Prinzip, Pflanzen unter Glas über einen längeren Zeitraum frisch zu halten, ist beinahe 200 Jahre alt. Na­thaniel Bagshaw Ward hat es im Jahr 1830 in London erfunden. Der nach ihm benannte Ward’sche Kasten hatte ursprünglich einen wirtschaftlichen Zweck. Er möglichte es, Pflanzen aus Amerika oder Asien in die Botanischen Gärten Europas zu transportieren.

Annähernd 30 Kleine Welten stellt Thomas Waibel bei „Mit Liebe gemacht aus“. Liebhaber von Handgemachtem finden bei dem Markt für Kunst, Handwerk und Design ein Universum von einzigartigen Do-it-yourself-Produkten.

Sonnabend, 5. November. 14 bis 18 Uhr, „Mit Liebe gemacht“, Honigfabrik in Wilhelmsburg, Industriestraße 125-131