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Weiterer Kandidat will Bürgermeister in Jesteburg werden

IKurz vor der Wahl findet sich ein dritterBewerber für das höchste Gemeindeamt. Wählergemeinschaft muss auf eine Abgeordnete verzichten

Jesteburg. Kurz vor der Bürgermeisterwahl hat die Unabhängige Wählergemeinschaft Jesteburg (UWG Jes) jetzt angekündigt, am Mittwoch, 2. November, ab 19 Uhr im Hotel Jesteburger Hof einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken zu wollen. Hansjörg Siede soll Amtsinhaber Udo Heitmann (SPD) und Britta Witte (CDU) herausfordern.

„Die Kandidaten Heitmann und Witte stehen für eine Fortsetzung der bisherigen Ratspolitik. Dafür haben uns die Jesteburger aber nicht in den Rat gewählt“, sagt UWG-Vorstandsmitglied Andrea Behnken. Viele festgefahrene Projekte in der Gemeinde könnten mit einem Bürgermeister Siede neuen Schwung bekommen. Und auch etwas dafür getan werden, um das politisch gestörte Verhältnis zu den Hanstedter Nachbarn zu entspannen, so Behnken.

Die UWG Jes hatte bei den jüngsten Kommunalwahlen erstmals nicht nur fünf Abgeordnete in den Gemeinderat gebracht. Mit 573 hatte Siede auch die zweitmeisten Stimmen nach Heitmann (1755) geholt. Und damit fast 100 Stimmen mehr auf sich vereinen können als CDU-Spitzenkandidatin Britta Witte.

Siede selbst war mangels ernsthafter Erfolgsaussichten lange nicht davon überzeugt, als UWG einen eigenen Kandidaten zu benennen. „Doch dann haben wir uns noch mal unseren Markenkern angeschaut. Wenn uns fast ein Viertel aller Jesteburger gewählt haben, weil sie einen Wechsel in der Dorfpolitik wünschen, dann müssen wir schon bei der Bürgermeisterwahl ein deutliches Zeichen setzen. Alles andere wäre inkonsequent“, so der 53 Jahre alte internationale Projektberater, der mit seiner Firma vor allem für Unternehmen in Fernost und Europa arbeitet.

Die UWG Jes hat unterdessen mit einem Handicap zu kämpfen. Weil die gewählte Abgeordnete Gabriele Paprotzki auf einer Auslandsreise weilt, wird die Wählergemeinschaft am Mittwoch nicht mit voller Fraktionsstärke an der Bürgermeisterwahl teilnehmen können. Der vor drei Wochen gestellte Antrag auf eine Verlegung der konstituierenden Ratssitzung war vom Amtsinhaber abgelehnt worden.

Heitmann zeigte sich von der Benennung eines zweiten Gegenkandidaten keineswegs überrascht. „Ich habe damit gerechnet, weil es die logische Konsequenz des gesamten Wahlkampfs der UWG ist“, sagte er dem Abendblatt.

Nun werde die Wahl möglicherweise noch spannender: „Bei einer geheimen Wahl sind einem ja nicht mal alle Stimmen aus der eigenen Fraktion gewiss.“ Wettbewerb rege immer die Köpfe an. Und zuweilen würden da auch mal Gefühle aus längst vergangener Zeit wach. Bei solch einer Wahl würden auch schon mal alte Rechnungen beglichen. Es gelte aber, die kommunale Selbstverwaltung zu verteidigen: „Deshalb sollte sich in einer Wahl des Bürgermeisters das Ergebnis der Kommunalwahlen schon angemessen widerspiegeln.“

CDU-Herausforderin Britta Witte wundert sich, warum die UWG Jes ihren eigenen Kandidaten erst so spät benannt hat. „Aus ihrem eigenen Selbstverständnis heraus war dieser Schritt doch zu erwarten“, so Witte. Die im Übrigen zu keinem Zeitpunkt davon ausgegangen sei, dass die UWG-Abgeordneten für sie stimmen würden. Die CDU habe aber immer eigene Kandidaten benannt. Und bei einer geheimen Wahl könne man eben nie wissen, wie es am Ende ausgehe.