Harburg
Buchholz

Café International bleibt auf Dauer

Dirk Jäger (Mitte) überbrachte jetzt die Spende fürs Café International in Buchholz – es wird jetzt umgebaut

Dirk Jäger (Mitte) überbrachte jetzt die Spende fürs Café International in Buchholz – es wird jetzt umgebaut

Foto: Corinna Panek / HA

Das ehemalige Fisch-Bistro an der Neuen Straße wird vom Buchholzer Bündnis für Flüchtlinge betrieben.

Buchholz.  Dreimal wöchentlich, zurzeit montags, dienstags und mittwochs, können die Buchholzer exotisch speisen. Im Café International wird dann gekocht, meist asiatisch-orientalisch. Das Bündnis für Flüchtlinge betreibt den Treffpunkt an der Neuen Straße, in dem einmal ein Fischladen mit Bistro ansässig war. Was zunächst als Übergangslösung gedacht war, bis ein neuer Ladenmieter gefunden ist, bleibt nun dauerhaft. Oder anders gesagt, das Bündnis ist der neue Mieter. Der Vertrag mit dem Eigentümer Groth Bau tritt an diesem Sonnabend, 15. Oktober, in Kraft.

„Wir wollen aus dem Café eine zentrale Begegnungsstätte machen“, sagt Wilfried Bolte, erster Vorsitzender des Bündnisses, das seit kurzem ein eingetragener Verein ist. „Passende Räume zu einem angemessenen Preis zu finden, ist sehr schwierig“, ergänzt er. Doch ein Gespräch mit Vertretern der St.-Paulus-Kirchengemeinde hat nun dazu geführt, dass der Kirchenkreis Hittfeld über die Gemeinde das Café mit 10.000 Euro unterstützt.

Das Geld soll für Umbaumaßnahmen und Ausstattung verwendet werden. Einen Teil der Miete übernimmt die Stadt Buchholz, zunächst bis Ende 2017 in Höhe von 1200 Euro im Monat. Danach müsste der Zuschuss neu beantragt werden. Den Rest von rund 1800 Euro im Monat muss das Bündnis selbst aufbringen, „wir haben als Verein aber die Basis, um die Miete zumindest für ein Jahr zu finanzieren“, sagt Bolte.

Der Umbau beginnt sofort. Der Verkaufstresen wird herausgerissen, da es schon jetzt keinen Unterschied mehr zwischen „vor dem Tresen“ und „hinter dem Tresen“ gibt. Dadurch können mehr Sitzplätze bereitgestellt und der Raum insgesamt etwas geräumiger eingerichtet werden. Bedingt dadurch, dass viele Flüchtlinge in Dreierzimmern untergebracht sind, fehlt oft die Möglichkeit, sich zu entfalten oder auch zu lernen.

Das soll im Café besser möglich sein. Auch einige Gerätschaften in der Küche müssen erneuert werden. Superintendent Dirk Jäger vom Kirchenkreis Hittfeld berichtet: „Das Schöne ist: Wo immer wir Firmen Aufträge erteilt haben, wurde uns auch Unterstützung zugesagt.“ So werden beispielsweise einige neue Küchengeräte in Form von Sachspenden eingehen, und die Diakonie, die vor kurzem nebenan eingezogen ist, stellt ihr WLAN kostenlos zur Verfügung.

„Das Konzept hat uns überzeugt. Es funktioniert eben immer gut, wenn viele Akteure zusammentreffen. Zudem ist dies ein toller Standort, er ist leicht auffindbar, mit offenem Einblick und mitten im Ort“, lobt Jäger. Für die Flüchtlingshilfe stellt der Kirchenkreis dieses und nächstes Jahr je 50.000 Euro bereit. Ein Teil geht in die Betreuung traumatisierter Flüchtlinge, außerdem werden „Kümmererstellen“ in den Gemeinden eingerichtet.

In Rosengarten und Neu Wulmstorf gibt es sie bereits. Für die Ehrenamtlichen, die im Bündnis für Flüchtlinge tätig sind, bedeutet die Spende auch, dass ab November – der Starttermin ist noch festzulegen – möglicherweise täglich geöffnet sein kann. Angestrebt sind die Öffnungszeiten montags bis freitags 14 bis 18 Uhr (bisher montags bis mittwochs) sowie sonnabends und sonntags 11 bis 15 Uhr.

Gegründet haben das Café International die drei Buchholzerinnen Anke Dieckmann, Adelheid Bertheau und Brigitte Brosig. Sie koordinieren zum Beispiel die Kochgruppen. Im Café können sich aber auch Lerngruppen treffen – auch das Angebot kann jetzt ausgebaut werden. Ab etwa 17 Uhr kann dort gegen Spende jeder zum Essen vorbeikommen. Bereits am Nachmittag gibt es Kaffee, Tee und Kekse – und zahlreiche Möglichkeiten, mit den Neubürgern aus aller Welt ins Gespräch zu kommen.

Eine weitere Gelegenheit bietet sich außerdem beim Tag der Begegnung, den das Bündnis etwa alle sechs Wochen an wechselnden Orten ausrichtet. Das nächste Treffen ist bereits morgen, von 15 bis 17 Uhr im Café der Friedenskirche, Soltauer Straße 77. Bei Kaffee, Kuchen und Musik stehen Gespräche und gemeinsame Spiele im Mittelpunkt.

„Wir wollen die Menschen ins Gespräch miteinander bringen, ermuntern sich auszutauschen, kennenzulernen“, erklärt Wilfried Bolte. „Der direkte Kontakt macht es leichter, aufeinander zuzugehen, Vorurteile abzubauen – auf beiden Seiten.“

Spendenadressen

Das Bündnis für Flüchtlinge freut sich über weitere Spenden für das Café. Geldspenden gehen auf das Konto DE30 207 500 00 009 062 3448
bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Für Sachspenden bittet das Bündnis darum, sich unter www.buendnis-buchholz.de über benötigte Dinge zu informieren. Da das Bündnis kein Lager hat, können gut gemeinte, aber nicht sofort benötigte Spenden nicht angenommen werden.

Kleiderspenden nimmt die Friedenskirche Buchholz an, montags von 17 bis 18.30 Uhr und freitags von 15 und 18 Uhr, Infos unter Telefon 0172 44 612 18

Sonstige Sachspenden nimmt das Kaufhaus mit Herz, Hamburger Straße und Bahnhofstraße, während der Öffnungszeiten an sowie im Lager Rütgersstraße mittwochs und sonnabends von 10 bis 13 Uhr.